Pallade Veneta - Merz wertet G7-Gipfel mit Trump als Erfolg - zum Abschluss Beratungen über KI

Merz wertet G7-Gipfel mit Trump als Erfolg - zum Abschluss Beratungen über KI


Merz wertet G7-Gipfel mit Trump als Erfolg - zum Abschluss Beratungen über KI
Merz wertet G7-Gipfel mit Trump als Erfolg - zum Abschluss Beratungen über KI / Foto: Dominique JACOVIDES - POOL/AFP

Ein kooperativer US-Präsident, eine neue Dynamik mit Blick auf die Ukraine und viele informelle Gespräche zwischen den Staats- und Regierungschefs: Der G7-Gipfel im französischen Evian wurde am letzten Tag schon vor dem offiziellen Abschluss von mehreren Gipfelteilnehmern als Erfolg gewertet. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) zog am Mittwoch eine durchweg "positive Bilanz".

Textgröße ändern:

"Es ist das erste Mal überhaupt seit dem Amtsantritt von Präsident (Donald) Trump, dass wir bei einem G7-Gipfel eine gemeinsame Erklärung abgeben", sagte Merz (CDU). Dies sei "wirklich ein Erfolg".

Die Unterstützung der Ukraine durch die G7-Länder inklusive der USA sei "so stark wie selten zuvor", stellte der Kanzler fest. Er lobte "einen neuen Ton, auch in der transatlantischen Einigkeit", der Friedensverhandlungen für die Ukraine näherrücken lassen könne.

"Hier in Evian hat sich unsere gemeinsame Hartnäckigkeit ausgezahlt", sagte Merz mit Blick auf die diplomatische Vorarbeit insbesondere gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer.

In einer gemeinsamen Abschlusserklärung wird auch die Möglichkeit erwähnt, die Produktion von Waffen für die Ukraine durch die Vergabe von Lizenzen anzukurbeln. Dabei gehe es um "umfassende Lizenzerteilungen, auch von amerikanischen Unternehmen" an europäische und ukrainische Hersteller, sagte Merz. Nähere Angaben zur Art der Waffen gab es nicht.

Angesichts der mit unverminderter Härte geführten Angriffe Russlands leidet die Ukraine derzeit unter Engpässen bei Luftabwehrraketen etwa vom Typ Patriot aus den USA. Nach Informationen aus Diplomatenkreisen könne die Lizenzproduktion aber auch Waffen mit großer Reichweite einschließen.

Auch der kanadische Premierminister Mark Carney zeigte sich mit dem Gipfelverlauf und der kooperativen Haltung von Trump zufrieden. Er sprach von einem möglichen "Wendepunkt" auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg.

Am Vormittag berieten die Staats- und Regierungschefs dann über Strategien, um das Wirtschaftswachstum nachhaltig zu stärken und wirtschaftliche Ungleichgewichte zu beseitigen. An den Beratungen nehmen auch Vertreter der Partnerländer, unter ihnen Brasilien und Indien, sowie internationaler Wirtschaftsorganisationen teil.

Merz brachte nach eigenen Angaben das Anliegen vor, auch währungspolitische Ungleichheiten anzugehen. "Wir begegnen einer Volkswirtschaft mit einer unterbewerteten Währung in der Größenordnung zwischen 25 und 30 Prozent", sagte er mit Blick auf China.

Die letzte Arbeitssitzung war dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) gewidmet. Merz kündigte mit mit Blick auf den Zugang zu KI-Modellen eine Diskussion mit den USA an. Das Potenzial dieser von US-Firmen hergestellten KI-Modelle müsse "für alle Länder" zugänglich sein, forderte der Kanzler. Gleichzeitig müsse die EU hier "aufholen", denn sie hinke immer noch bei der Entwicklung von KI hinterher.

Zu der Sitzung wurden die Chefs mehrerer Technologieunternehmen erwartet, unter ihnen auch Anthropic-Chef Dario Amodei. Aus Deutschland war das Unternehmen Black Forest Labs vertreten.

Der G7-Gastgeber, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, setzt sich zudem für den stärkeren Schutz von Minderjährigen in der digitalen Welt ein. Eine entsprechende gemeinsame Erklärung dazu sollte noch veröffentlicht werden.

Nach dem Ende des Gipfels am Nachmittag wollen mehrere Gipfel-Teilnehmer in Pressekonferenzen Bilanz ziehen, unter ihnen Trump und Macron. Zu den G7 gehören neben Frankreich, Deutschland und den USA auch Italien, Großbritannien, Kanada und Japan. Zudem waren als Gäste auch Vertreter der Partnerländer Brasilien, Südkorea, Ägypten, Indien und Kenia eingeladen.

Das G7-Treffen findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Auf französischer Seite sind etwa 16.000 Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute im Einsatz. Die Schweiz beteiligt sich mit etwa 4000 Soldaten an der Absicherung, da die Staatsgäste auf dem Genfer Flughafen landen.

O.Merendino--PV

Empfohlen

OpenAI-Chef appelliert an G7: Verantwortung für KI nicht den Tech-Firmen überlassen

OpenAI-Chef Sam Altman hat die Staats- und Regierungschefs des G7-Gipfels dazu aufgerufen, die Kontrolle über Künstliche Intelligenz (KI) nicht den Tech-Firmen zu überlassen. "Geben Sie Ihre Verantwortung nicht an KI-Labore wie meines ab", sagte Altman am Mittwoch bei einer Sitzung des Gipfels im französischen Evian. Der Chef des ChatGPT-Entwicklers rief die Regierungen zudem dazu auf, weltweit geltende Standards für die sich rapide entwickelnde Technik zu etablieren.

Von Ukraine bis KI: Teilnehmer des G7-Gipfels werten Treffen mit Trump als Erfolg

Ein kooperativer US-Präsident, eine neue Dynamik mit Blick auf die Ukraine und gemeinsame Beschlüsse zu schwierigen Themen wie der Rohstoffabhängigkeit von China: Der G7-Gipfel im französischen Evian wurde am letzten Tag von den Gipfelteilnehmern einhellig als Erfolg gewertet. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) zog am Mittwoch eine durchweg "positive Bilanz", US-Präsident Donald Trump wertete seine Reise als "großen Erfolg".

US-Astronautin Koch erhält spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis

Die US-Astronautin Christina Koch, die erste Frau auf einer Mondmission, erhält in diesem Jahr den renommierten spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis für Eintracht. Koch habe dazu beigetragen, "die Grenzen der Menschheit zu erweitern", begründete die Jury am Mittwoch ihre Entscheidung. Kochs Laufbahn sei zudem eine Inspiration für künftige Generationen, insbesondere für Frauen. Ihre Karriere stehe für "die Fähigkeit der Menschheit, Herausforderungen und Widrigkeiten durch harte Arbeit, Zusammenarbeit und Empathie zu überwinden".

Deutschland und Polen wollen Beziehung vertiefen - gemeinsame Erklärung

In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Außenminister Deutschlands und Polens zu einer weiteren Vertiefung der Beziehungen bekannt. "Die deutsch-polnische Partnerschaft ist und bleibt ein tragender Pfeiler eines starken, geeinten Europas und einer wehrhaften Nato", heißt es in der Erklärung, welche die Minister Johann Wadephul (CDU) und Radoslaw Sikorski am Mittwoch aus Anlass des 35. Jahrestags des Nachbarschaftsabkommens in Berlin unterzeichneten.

Textgröße ändern: