Pallade Veneta - Ifo-Präsident warnt vor "existenzieller" Abhängigkeit von US-Konzernen bei KI

Ifo-Präsident warnt vor "existenzieller" Abhängigkeit von US-Konzernen bei KI


Ifo-Präsident warnt vor "existenzieller" Abhängigkeit von US-Konzernen bei KI
Ifo-Präsident warnt vor "existenzieller" Abhängigkeit von US-Konzernen bei KI / Foto: Nicolas TUCAT - AFP

Die Abhängigkeit von US-Unternehmen bei der Künstlichen Intelligenz (KI) bedroht nach Ansicht von Ifo-Präsident Clemens Fuest Europas Wirtschaft "existenziell". "Die Anordnung der US-Regierung, ausländischen Staatsangehörigen den Zugang zu den neuesten Modellen von Anthropic zu verwehren, zeigt erneut die Verwundbarkeit Europas", erklärte Fuest am Freitag. "Kritische" Sektoren wie Forschung, Industrie und Verteidigung seien betroffen, "die Folgen solcher Abschaltungen können dramatisch sein".

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Europa kontrolliere nur einen Bruchteil der globalen KI-Infrastruktur, sei aber ein bedeutender Anwender, erläuterte Fuest. Die USA beherrschen demnach etwa 75 Prozent der weltweiten Hochleistungs-Rechenkapazität für moderne KI und China rund 15 Prozent. Europa liege mit weniger als fünf Prozent weit zurück.

Um das zu ändern, muss nach Ansicht von Fuest der Ausbau von Rechenzentren, Chipfabriken und Energieinfrastrukturen in Europa" massiv beschleunigt und gefördert werden". Genehmigungsverfahren müssten "drastisch" verkürzt werden. Zweitens sei es nötig, dafür schnell mehr Energie bereitzustellen, "was die Reaktivierung stillgelegter Kraftwerke nötig machen könnte". Drittens bräuchte es eine kohärente EU-Strategie für den Ausbau der europäischen KI-Kapazitäten, verbunden mit einer Entschlackung bisheriger Regulierungen.

"Die KI-Revolution ist vermutlich ähnlich folgenreich wie die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts, sie schreitet nur deutlich schneller voran", erklärte Fuest. "Wenn die nationalen Regierungen und die EU nicht sofort entschlossen handeln, wird Europa aus dieser Revolution als großer Verlierer hervorgehen."

Das US-Unternehmen Anthropic hatte seine KI-Modelle Mythos 5 und Fable 5 vergangene Woche gesperrt und seine Entscheidung mit einer Anweisung der US-Behörden begründet, die ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die beiden Modelle untersage. Da Anthropic seine Nutzer nicht nach ihrer Nationalität unterscheiden könne, habe das Unternehmen beide Dienste deaktiviert.

Das Modell Mythos kann Lücken in Cybersicherheitssystemen finden und ausnutzen, laut Experten mit bisher unerreichter Geschwindigkeit. Anthropic hat die testweise Nutzung auf wenige Partner beschränkt, darunter die US-Regierung und ausgewählte Unternehmen. Fable ist die allgemein zugängliche - und in ihren Funktionen eingeschränkte - Version des Modells.

A.Graziadei--PV

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