Pallade Veneta - Viele neue Unesco-Welterbestätten: Auch Wohnsiedlung der Moderne in Berlin dabei

Viele neue Unesco-Welterbestätten: Auch Wohnsiedlung der Moderne in Berlin dabei


Viele neue Unesco-Welterbestätten: Auch Wohnsiedlung der Moderne in Berlin dabei
Viele neue Unesco-Welterbestätten: Auch Wohnsiedlung der Moderne in Berlin dabei / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Bei ihrer Sitzung im südkoreanischen Busan hat die Unesco zahlreiche Stätten in die Welterbeliste aufgenommen, darunter auch die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin. Der Schritt zeige, wie "visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren", erklärte die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, am Sonntag. Aufgenommen wurden auch die D-Day-Landungsstrände in der Normandie, mehrere Festungen im Süden Frankreichs, eine Savanna im Südsudan und ein Tempel in Thailand.

Textgröße ändern:

Die Aufnahme in die Liste des Kultur- und Naturerbes erfolgte bei der Waldsiedlung Zehlendorf, die im gleichnamigen Berliner Bezirk liegt, als ein Teil weiterer Siedlungen der Berliner Moderne. Diese gehören schon seit 2008 als Beispiele für modernen Wohnungsbau zum Welterbe und zeigten "bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt", erklärte Böhmer. Die Wohnkonzepte seien "noch immer aktuell".

Die Siedlung besteht insgesamt aus etwa 1100 Mehrfamilienhäusern und verschiedenen Einfamilienhäusern, die zwischen 1926 bis 1932 unter der Planung von Architekten wie Bruno Taut nahe des heutigen U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte errichtet wurden. Berliner nennen das Viertel auch Papageiensiedlung, denn die Hausfassaden sind allesamt in verschiedenen Farben bemalt - Ostfassaden in Gelb und Grün, Westfassaden in Braun und Bordeauxrot.

Ebenfalls zum Welterbe der Siedlungen der Berliner Moderne gehören die Gartenstadt Falkenberg, die Hufeisensiedlung, die Wohnstadt Carl Legien und die Großsiedlung Siemensstadt. Der deutschen Unesco-Kommission zufolge waren die von 1913 bis 1934 realisierten Projekte eine "Antwort auf Wohnungsnot, soziale Herausforderungen und unzureichende hygienische Bedingungen in der schnell wachsenden Stadt jener Zeit". Den Angaben der deutschen Sektion zufolge verfügt die Bundesrepublik über nunmehr 55 Welterbestätten.

In die Liste aufgenommen wurden am Sonntag auch die Strände in der Normandie, an denen die Alliierten im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen NS-Deutschland gelandet waren. Die Stätten "erinnern symbolisch an die enormen menschlichen Opfer, die gebracht wurden, um eine in Europa herrschende, autoritäre Besatzungsmacht zu stürzen", erklärte eine Vertreterin des Internationalen Rates für Denkmalpflege, der die Unesco berät.

Die Strandabschnitte erstrecken sich über eine Länge von etwas mehr als 80 Kilometern entlang der Küste zwischen den Départements Manche und Calvados im Nordwesten Frankreichs. Sie waren am sogenannten D-Day im Juni 1944 Schauplatz einer entscheidenden Schlacht der Alliierten im Kampf gegen den Nationalsozialimus. Bekannt sind die fünf Strände auch unter den Codenamen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword.

In die Welterbeliste aufgenommen wurden am Sonntag auch mehrere Festungen des Languedoc im Süden Frankreichs, die auch als Katharerburgen bezeichnet werden. Einen Eintrag als Weltnaturerbe erhielten die Boma-Badingilo-Savannen im Südsudan - letztere wurden gleichzeitig auch als gefährdet eingestuft. Es ist der erste Eintrag des Südsudan auf der Welterbeliste.

Neu auf der Liste ist auch der buddhistische Tempel Wat Phra Mahathat Woramahawihan im Süden Thailands, der der Unesco zufolge seit seiner Gründung "im achten Jahrhundert als bedeutendes regionales buddhistisches Zentrum" fungiert habe. Zu dem Tempelgelände gehören auch mehrere Buddha-Statuen; unter ihnen ein riesiger, liegender Buddha, der ein beliebtes Fotomotiv für Touristen ist. Thailand verfügt damit über neun Welterbestätten.

Mit einem Eintrag geehrt wurde auch der finnische Architekt Alvar Aalto, dessen Häuser sich "durch eine ebenso orts- wie menschenbezogene Planung" auszeichneten. Die weitere Umgebung des Olymp in der griechischen Hauptstadt Athen ist nun ebenso wie die Burg Alamut im Iran Teil der Liste.

Am Samstag hatte die Unesco bereits mitgeteilt, die tunesische Küstenstadt Sidi Bou Saïd zum Welterbe erklärt zu haben. Sie ist für ihre blau-weißen Häuser bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Ebenfalls am Samstag waren sechs historische Altstädte auf den Komoren ins Welterbe aufgenommen worden.

Am Freitag hatte die Unesco fünf Kreuzfahrer-Festungen im Süden des Libanon und eine archäologische Stätte im von Israel besetzten Westjordanland zum Welterbe erklärt. Beide wurden gleichzeitig als gefährdet eingestuft.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Warnungen vor KI-Risiken - Anthropic-Chef fordert langsameres Entwicklungstempo

Außer Kontrolle geratene KI, gehackte Frühwarnsysteme, Risiko einer Auslöschung: Angesichts der deutlichen Warnungen vor Gefahren für die Menschheit durch Künstliche Intelligenz (KI) hat der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, zu einer Drosselung der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz aufgerufen. Unterstützung erhielt er am Wochenende vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk. Wegen der Sicherheitsbedenken erteilte Altman einem Börsengang von OpenAI in diesem Jahr eine Absage.

Galaxy Tab S12系列效果圖曝光 Ultra擬配雙鏡頭及瀏海螢幕

Samsung Galaxy Tab S12+與Galaxy Tab S12 Ultra的效果圖近日流出,顯示兩款平板採用金屬機身並支援S Pen。消息預期新機可能於9月發布,正式規格、售價與推出日期仍待Samsung公布。

Altman: OpenAI wird 2026 nicht an die Börse gehen

Wegen der Sicherheitsbedenken hinsichtlich Künstlicher Intelligenz wird das KI-Unternehmen OpenAI nach Angaben seines Chefs Sam Altman in diesem Jahr nicht an die Börse gehen. "Angesichts der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Sicherheit wäre es derzeit wenig ratsam, an die Öffentlichkeit zu gehen, und wir verspüren diesbezüglich keinen Druck", sagte Altman in einem am Samstag (Ortszeit) veröffentlichten Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Fortune".

Anthropic-Chef fordert langsameres Tempo bei KI-Entwicklung - Musk und Altman stimmen zu

Angesichts der Warnungen vor den Risiken einer sogenannten Superintelligenz hat Anthropic-Chef Dario Amodei KI-Unternehmen aufgerufen, die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zu drosseln. "Wir müssen das Tempo verlangsamen, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern", schrieb Amodei am Samstag auf seiner persönlichen Website. Unterstützung erhielt er vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk.

Textgröße ändern: