Pallade Veneta - Nach acht Jahren Reise: Mission "BepiColombo" beginnt Anflug auf den Merkur

Nach acht Jahren Reise: Mission "BepiColombo" beginnt Anflug auf den Merkur


Nach acht Jahren Reise: Mission "BepiColombo" beginnt Anflug auf den Merkur
Nach acht Jahren Reise: Mission "BepiColombo" beginnt Anflug auf den Merkur / Foto: Handout - EUROPEAN SPACE AGENCY/AFP/Archiv

Nach acht Jahren Flugzeit hat die europäisch-japanische Weltraummission "BepiColombo" ihr Ziel fast erreicht und mit dem Anflug auf den Merkur begonnen. Wie geplant trennten sich am Donnerstag die beiden Sonden von ihrem Trägermodul, erklärte die an der Mission beteiligte Europäische Weltraumorganisation (ESA). Damit begann eine mehrmonatige Anflugphase, die laut ESA mehrere "risikoreiche" Manöver beinhaltet.

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Der Erfolg der ersten Zieletappe sorgte am Sitz der ESA im südhessischen Darmstadt für Jubel und Beifall. "Das ist das beste Szenario, das wir uns wünschen konnten", sagte die Leiterin des "BepiColombo"-Flugkontrollteams, Elsa Montagnon. Der Vorgang gleiche einem "erneut gelungenen Start".

Seit ihrem Start im Oktober 2018 hat die vier Tonnen schwere "BepiColombo" inklusive mehrerer Vorbeiflüge eine Strecke von insgesamt mehr als zehn Milliarden Kilometern zurückgelegt, um dem Merkur näher zu kommen. Der kleinste aller Planeten unseres Sonnensystems liegt der Sonne am nächsten und ist bislang der am wenigsten erforschte. Am Donnerstag befand er sich etwa 63 Millionen Kilometer von der Sonne und 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Die extremen Bedingungen des Merkur – mit Temperaturen zwischen minus 180 und plus 450 Grad Celsius und einer intensiven Sonneneinstrahlung – sowie seine geringe Gravitationskraft machen das Einschwenken auf dessen Umlaufbahn besonders riskant. Laut Plan sollen die beiden Sonden am 21. November in die Umlaufbahn des Planeten einschwenken, bevor sie sich am 9. und 10. Dezember schließlich trennen, um die für sie vorgesehenen jeweiligen Umlaufbahnen zu erreichen.

Die Sonde Mercury Planetary Orbiter (MPO) der ESA soll ab April 2027 damit beginnen, den Merkur zu erforschen und dabei bis auf nur 480 Kilometer an dessen Oberfläche heranfliegen. Dagegen wird sich die japanische Sonde Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio) der japanischen Weltraumagentur Jaxa auf dessen Weltraumumgebung und sein Magnetfeld konzentrieren. Dafür muss sie sich auf eine ellipsenförmige Umlaufbahn begeben, die sie bis zu 11.000 Kilometer vom Planeten weit weg führen wird.

Bislang haben nur zwei Missionen der US-Raumfahrtbehörde Nasa den Merkur erreicht. "Mariner 10" gelangt dorthin in den 70er Jahren, die Raumsonde "Messenger" umkreiste den Merkur von 2011 bis zur Erschöpfung ihres Treibstoffvorrats im April 2015.

Dennoch gibt es noch viele offene Fragen etwa zum Magnetfeld des Planeten, zu seinem Eisenkern und seiner durch viele Vertiefungen gezeichneten Oberfläche. Das soll sich laut ESA-Missionsleiterin Santa Martinez nun ändern. Mit den 16 Instrumenten und einem Budget von 1,7 Milliarden Euro werde "BepiColombo" der Menschheit und der wissenschaftlichen Gemeinschaft "beispiellose Einblicke in den Merkur verschaffen und ein neues Kapitel in unserem Verständnis des Sonnensystems aufschlagen", sagte sie.

Benannt wurde die Mission nach dem italienischen Mathematiker und Ingenieur Giuseppe Colombo. Er war der erste, der die Beziehung zwischen der Rotation von Merkur und dessen Umlaufbahn entschlüsselte.

S.Urciuoli--PV

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