Pallade Veneta - Zeitmessung: Schaltsekunde wird abgeschafft

Zeitmessung: Schaltsekunde wird abgeschafft


Zeitmessung: Schaltsekunde wird abgeschafft
Zeitmessung: Schaltsekunde wird abgeschafft / Foto: Peter PARKS - AFP/Archiv

Weil die unregelmäßige Drehung der Erde hochpräzisen Atomuhren hinterherhinkt, wurde in der Vergangenheit immer mal wieder eine Schaltsekunde in die offizielle Zeitmessung eingebaut. Doch damit ist nun Schluss: Die zuständige Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) beschloss am Donnerstag im französischen Versailles, dass Sekunden-Unterschiede zwischen der aus der Umdrehungsgeschwindigkeit unseres Planeten resultierenden astronomischen Zeit und Atomuhren nicht mehr ausgeglichen werden sollen.

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An den Atomuhren "gedreht" werden soll dem Beschluss zufolge nun erst wieder, wenn der Unterschied zwischen beiden Zeiten eine Stunde beträgt. Er werde aber "viele Jahrhunderte dauern", bis es dazu komme, sagte der zuständige Experte Noël Dimarcq bei der Konferenz in Versailles. Grund für die Entscheidung, nicht immer schon bei kleineren Unterschieden tätig zu werden, ist unter anderem die Angst vor den Auswirkungen von Schaltsekunden auf die immer sensibleren IT-Systeme weltweit.

Ursache für die unregelmäßige Umdrehungsgeschwindigkeit unseres Planeten sind die Anziehungskräfte zwischen Erde, Mond und Sonne, die Ebbe und Flut hervorrufen. Außerdem "eiert" die Erde, ihre Rotationsperiode ist veränderlich. Atomuhren dagegen "ticken" gleichmäßiger als sich die Erde dreht. Auf längere Sicht gesehen führt dies zu Differenzen zwischen der astronomischen Weltzeit und der Atomzeit.

Bei der Atomzeit ist eine Sekunde als die Dauer von 9.192.631.770 Schwingungen eines Mikrowellensignals definiert ist, das Cäsiumatome in einer Atomuhr anregt. So genau aber dreht sich die Erde nicht, weshalb bei der Atomzeit immer mal wieder Anpassungen mit Hilfe einer zusätzlichen Schaltsekunde vorgenommen wurden.

Zuletzt war eine Schaltsekunde zum Jahreswechsel 2016/2017 in die Atomzeit eingebaut worden. Es war das 27. Mal seit Einführung des Verfahrens 1972, dass eine solche "Sekunde extra" offiziell beschlossen und in die Atomuhren "eingepreist" wurde. Nun wird es laut dem offiziell im Mai kommenden Jahres in Kraft tretenden CGPM-Beschluss keine solche Sekunden-Anpassungen mehr geben. Erst ab einer Stunde Unterschied soll gehandelt werden

A.Fallone--PV

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