Pallade Veneta - Lemke begrüßt Naturschutzabkommen als "Schutzschirm für unsere Lebensgrundlagen"

Lemke begrüßt Naturschutzabkommen als "Schutzschirm für unsere Lebensgrundlagen"


Lemke begrüßt Naturschutzabkommen als "Schutzschirm für unsere Lebensgrundlagen"
Lemke begrüßt Naturschutzabkommen als "Schutzschirm für unsere Lebensgrundlagen" / Foto: ABDULMONAM EASSA - AFP/Archiv

Die Bundesregierung begrüßt die Einigung auf der Weltnaturkonferenz im kanadischen Montreal auf ein neues, weltweites Abkommen. "Der Beschluss von Montreal spannt einen Schutzschirm für unsere Lebensgrundlagen auf. Die Staatengemeinschaft hat sich dafür entschieden, das Artenaussterben endlich zu stoppen", erklärte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne), die als deutsche Verhandlungsführerin an der Konferenz teilnahm. Umweltverbände äußerten sich zurückhaltender, sehen aber auch Fortschritte.

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Die Ziele seien jetzt klar: "Mindestens 30 Prozent der weltweiten Landes- und Meeresfläche werden bis 2030 unter Schutz gestellt, die Gefährdung von Mensch und Umwelt durch Pestizide und gefährliche Chemikalien wird bis 2030 halbiert und umweltschädliche Subventionen von 500 Milliarden Dollar abgebaut", hob Lemke hervor. Daher sei dies "ein guter Tag für den weltweiten Natur- und Umweltschutz". Durch den Schutz der Natur "schützen wir uns selbst und sichern auch für unsere Kinder eine lebenswerte Umwelt".

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte in Berlin, die geforderte Ausweisung von Schutzgebieten bedeute nicht, dass die Natur dort überall sich selbst überlassen werden müsse. Es sollten vielmehr "Formen nachhaltiger Nutzung möglich sein". In Deutschland seien, wenn auch die Landschaftsschutzgebiete einbezogen würden, "an Land schon deutlich über 30 Prozent unter Schutz gestellt", hob er weiter hervor, beim Meer sogar 45 Prozent der Fläche.

Bund und Länder arbeiteten gemeinsam daran, dass geschützte Lebensräume und ihr Beitrag zum natürlichen Klimaschutz "gestärkt und bei Bedarf wiederhergestellt werden", erklärte das Ministerium weiter. Schwerpunkt solle die Fortentwicklung der bestehenden Schutzgebiete sein. Verwiesen wurde auf den geplanten Aktionsplan Schutzgebiete sowie die beschlossene Moorschutzstrategie.

"Mit der Einigung von Montreal hat die Weltgemeinschaft eine starke neue Basis gelegt, auf der wir jetzt gemeinsam aufbauen können", erklärte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD). "Von der biologischen Vielfalt hängen auch die Entwicklungschancen für Menschen auf der ganzen Welt ab", hob sie hervor. Von einem "Meilenstein" sprach Grünen-Chefin Ricarda Lang im Portal "t-online.de".

"Die Verhandlungsstaaten haben es geschafft, sich auf ein lückenhaftes, aber letztlich überraschend gutes Rahmenwerk zu einigen", erklärte der Umweltverband WWF. Die Vereinbarungen seien ein "vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für den Planeten". Allerdings müssten Schwachstellen vor allem hinsichtlich einer nachhaltigen Landnutzung auch außerhalb von Schutzgebieten noch beseitigt werden.

"Mit der Vereinbarung bekennen sich die Nationen dazu, die Biodiversität zu erhalten und schützen", erklärte auch der Naturschutzbund Nabu. Allerdings reichten die Vereinbarungen nicht aus. "Die Welt rast in der Natur- und Klimakrise auf einen Abgrund zu. Doch statt entschieden zu bremsen, geht sie lediglich etwas vom Gas", kritisierte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

"Das Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent des Landes und der Meere zu schützen, hat sich erfolgreich durchgesetzt. Insgesamt reicht das Abkommen jedoch nicht aus, um das Massensterben der Arten aufzuhalten", erklärte Greenpeace-Experte Jannes Stoppel. Da auch in Schutzgebieten industrielle Fischerei oder Holzeinschläge nicht prinzipiell ausgeschlossen würden, "existiert der Schutz zunächst nur auf dem Papier". Dies gelte auch für Schutzgebiete in Deutschland, kritisierte Stoppel.

"Der Weltnaturschutzgipfel hat einen Rahmen für den internationalen Natur- und Artenschutz geschaffen, der nun mit Inhalten gefüllt werden muss", erklärte die Deutsche Umwelthilfe. So fehlten bisher klare Regeln, um "Fortschritte zu messen und zu überwachen". Ähnlich äußerte sich der Deutsche Naturschutzring (DNR). Es sei daher "umso wichtiger, dass konkrete Regelungen auf EU-Ebene festgelegt werden und Deutschland hier mit starker Stimme vorangeht", forderte DNR-Geschäftsführer Florian Schöne.

A.Rispoli--PV

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