Pallade Veneta - Verkauf von Emissionsrechten bringt Deutschland 2022 über 13 Milliarden Euro ein

Verkauf von Emissionsrechten bringt Deutschland 2022 über 13 Milliarden Euro ein


Verkauf von Emissionsrechten bringt Deutschland 2022 über 13 Milliarden Euro ein
Verkauf von Emissionsrechten bringt Deutschland 2022 über 13 Milliarden Euro ein / Foto: PHILIPPE DESMAZES - AFP/Archiv

Der Handel mit Emissionsrechten hat Deutschland im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen in Höhe von 13,2 Milliarden Euro beschert. Dabei stiegen vor allem die Erlöse aus dem europäischen Emissionshandel an und betrugen 6,8 Milliarden Euro, nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag mitteilte. Der nationale Emissionshandel für Wärme und Verkehr brachte 6,4 Milliarden Euro ein.

Textgröße ändern:

Auf europäischer Ebene umfasst der Handel mit den Verschmutzungsrechten die Emissionen aus Kraftwerken, Industrieanlagen und dem Luftverkehr. 2022 wurden 85 Millionen Emissionsberechtigungen versteigert - deutlich weniger als 2021 mit 101 Millionen. So soll schrittweise Treibhausgasneutralität erreicht werden. Zugleich stieg der Preis auf im Schnitt 80,32 Euro an, nach 52,50 Euro im Vorjahr. So ergibt sich insgesamt der deutliche Zuwachs an Einnahmen.

Die CO2-Bepreisung über den Emissionshandel sei ein "entscheidender Hebel, um die Klimaziele zu erreichen", erklärte UBA-Präsident Dirk Messner. "Jede emittierte Tonne CO2 wird mit einem Preisschild versehen und setzt damit maßgebliche Impulse für den klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft."

Auf nationaler Ebene startete das Emissionshandelssystem 2021 für die Bereiche Wärme und Verkehr. Im vergangenen Jahr wurden laut Umweltbundesamt 198 Millionen Zertifikate für einen Festpreis von 30 Euro verkauft, hinzu kamen knapp 18,5 Millionen Zertifikate zum Festpreis des Vorjahres von 25 Euro. Das waren zusammen deutlich weniger Zertifikate als 2021 (287 Millionen).

Der Rückgang sei jedoch "leider nicht auf sinkende Emissionen im Verkehrs- und Gebäudebereich zurückzuführen", erklärte Jürgen Landgrebe vom UBA. Vielmehr hätten viele Firmen den Kauf von Zertifikaten ins Jahr 2023 verschoben, weil die geplante Preissteigerung auf 35 Euro um ein Jahr verschoben wurde. Emissionen aus dem Jahr 2022 können auch mit Zertifikaten abgegolten werden, die erst im Jahr darauf erworben werden.

Die Gelder aus beiden Handelssystemen fließen in den Klima- und Transformationsfonds - ein Sondervermögen, aus dem die Bundesregierung Maßnahmen zum Aufbau einer grünen Industrie und für mehr Klimaschutz bezahlen will. Finanziert werden aus dem Fonds derzeit zum Beispiel der Ausbau der Elektromobilität, die Förderung der Energieeffizienz und die Abschaffung der EEG-Umlage.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Hitzewelle in Frankreich: Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich hat der Kraftwerkbetreiber EDF das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte EDF am Dienstag mit. Das Wasser im Fluss Garonne droht, den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Atomkraftwerk nutzt das Wasser des Flusses, um die Reaktoren zu kühlen und leitet es erwärmt in den Fluss zurück.

Verbände: Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa (ACE) fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), auf den Neubau zusätzlicher Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten und einen "klaren Fokus auf den Erhalt" zu setzen. Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände am Dienstag. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Hitzewelle in Europa: Schulen geschlossen und Züge gestrichen

Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff - an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. In Frankreich galt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen, auch für England galten Hitzewarnungen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.

Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein

Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.

Textgröße ändern: