Pallade Veneta - Klimaaktivisten kleben sich in Mainz bei Rede von Merz vor Bühne fest

Klimaaktivisten kleben sich in Mainz bei Rede von Merz vor Bühne fest


Klimaaktivisten kleben sich in Mainz bei Rede von Merz vor Bühne fest
Klimaaktivisten kleben sich in Mainz bei Rede von Merz vor Bühne fest / Foto: Ronny HARTMANN - AFP/Archiv

Klimaaktivisten der Gruppe Letzte Generation haben sich in Mainz bei einer Rede des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz vor der Bühne festgeklebt. Zwei von ihnen seien bereits identifiziert worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Es handle sich um zwei Frauen im Alter von 39 und 49 Jahren. Gegen sie werde wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und des Missbrauchs von Notrufen ermittelt.

Textgröße ändern:

Zu der Störaktion kam es am Donnerstagnachmittag beim Neujahrsempfang der CDU Mainz, bei der Merz eine Rede hielt. Er war als Unterstützung für die Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz geladen, die für die CDU bei der Oberbürgermeisterwahl am 12. Februar kandidiert. Zwei Aktivistinnen störten die Veranstaltung nach Angaben der Polizei gegen 15.30 Uhr und klebten sich vor dem Rednerpult am Boden fest.

Noch vor dem Eintreffen der Polizei wurden beide von Teilnehmern der Veranstaltung mit Olivenöl vom Boden gelöst und aus dem Saal geführt. Anschließend sollen die Frauen noch einen Feueralarm am Veranstaltungsort ausgelöst haben, bevor sie zunächst unerkannt flüchteten.

Die Aktivisten der Letzten Generation erklärten, dass der Umgang von Merz und der CDU mit der Klimakatastrophe "beispielhaft für das deutsche Politikversagen" sei. "Während er die lebensbedrohlichen Konsequenzen der Erderhitzung kleinredet oder totschweigt, warnt er bei jeder Gelegenheit vor möglichen Einschränkungen durch klimapolitische Maßnahmen", warfen sie ihm vor. Die Bevölkerung vertröste er "mit der fernen Hoffnung auf rettende Technologien".

Merz selbst sagte noch während der Störung zu den Aktivistinnen: "Es ist doch schön, dass Sie noch da sind - Ihre Kollegen sind ja zurzeit auf Bali." Damit spielte Merz auf einen Bericht der "Bild"-Zeitung an, laut dem zwei Aktivisten der Letzten Generation nicht zu einem Gerichtstermin in Stuttgart erschienen waren, weil sie nach Bali gereist waren. Nach Angaben der Letzten Generation flogen beide für mehrere Monate nach Thailand.

C.Conti--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: