Pallade Veneta - Ost-Beauftragter sieht Windkraft als "großen Standortvorteil" für den Osten

Ost-Beauftragter sieht Windkraft als "großen Standortvorteil" für den Osten


Ost-Beauftragter sieht Windkraft als "großen Standortvorteil" für den Osten
Ost-Beauftragter sieht Windkraft als "großen Standortvorteil" für den Osten / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Der Ost-Beauftragte Carsten Schneider (SPD) rechnet wegen der großen Unterschiede zwischen den Bundesländern im Windkraftausbau mit Verschiebungen in der "wirtschaftlichen Landkarte" zugunsten Ostdeutschlands. "Die Unternehmen sitzen in Zukunft dort, wo der Strom produziert wird. Grüner Strom kann damit zu einem großen Standortvorteil für den Osten werden", sagte Schneider der "Bild am Sonntag".

Textgröße ändern:

Der Osten habe "anders als in Bayern den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht verschlafen", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder. "Die wirtschaftliche Landkarte Deutschlands wird deshalb gerade neu gezeichnet", zeigte sich Schneider überzeugt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht sein Bundesland klar im Vorteil. Es gehöre zu den Ländern mit den besten Voraussetzungen für die Nutzung der Windenergie, betonte er. "Schon jetzt liefern 2800 Anlagen Strom mit einer Leistung von insgesamt 5344 Megawatt." Bezogen auf die Landesfläche sei Sachsen-Anhalt mit 261 Anlagen pro Quadratkilometer an dritter Stelle. "Das wissen Investoren mehr und mehr zu schätzen, die für ihre Produktion gezielt immer mehr grüne Energie nachfragen."

Auch die Ministerpräsidenten der windkraftstarken Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein setzen auf die Zugkraft der erneuerbaren Energien. "Industrie folgt Energie – das ist eine historische Erfahrung und dieser Leitsatz wird auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien gelten", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der Zeitung.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) sagte: "Weil es bei uns so viel Windstrom gibt, haben wir die Stromnetze bereits massiv ausgebaut." Damit seien in Schleswig-Holstein auch gleichzeitig zahlreiche neue große Umspannwerke entstanden. "Hier können Industrieunternehmen große Anschlussleistungen erhalten." Das sei sonst bundesweit so kurzfristig nicht möglich.

Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagte der "Bild am Sonntag": "Windkraft ist ein enormer Standortvorteil. Ansiedlungen von Unternehmen werden künftig noch stärker als bisher davon abhängig gemacht, wie hoch der Anteil von Windenergie ist." Kemfert fügte hinzu: "Bayern hat einen enormen Standortnachteil, weil es zu wenig Windenergie ausbaut."

C.Conti--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: