Pallade Veneta - Bundesnetzagentur verteidigt schnellen LNG-Ausbau in Deutschland

Bundesnetzagentur verteidigt schnellen LNG-Ausbau in Deutschland


Bundesnetzagentur verteidigt schnellen LNG-Ausbau in Deutschland
Bundesnetzagentur verteidigt schnellen LNG-Ausbau in Deutschland / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat den beschleunigten Ausbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland gegen Kritik verteidigt, es würde dadurch zu Überkapazitäten kommen. "Natürlich mag es in milden Wintern so wirken, als ob man nicht alles bräuchte", sagte er dem Deutschlandfunk im Interview der Woche. Anders sei das in kalten Wintern.

Textgröße ändern:

Das betreffe dann auch ganz Mitteleuropa, "das heißt, wir müssen auch an unsere Nachbarländer denken", sagte Müller. Die Erfahrung des vergangenen Jahres, als durch die Einstellung der russischen Lieferungen eine Mangellage drohte, sei "keine, die ich gerne wiederholen möchte", sagte der Behördenchef. Dazu gehöre eine "ausreichende, eine auch redundante Struktur", die die Bedürfnisse Deutschlands und der Nachbarländer in kalten Wintern mitbedienen. Das sei "auch eine Frage der Solidarität".

"Lassen sie uns lieber vorsichtig sein, auch wenn das Geld kostet, auch wenn es erst einmal eine fossile Struktur ist, die wir aufbauen", führte Müller in dem Interview aus. Es sollte am Sonntag in voller Länge ausgestrahlt werden.

Bis Ende dieses Jahres sollen insgesamt sechs Flüssigerdgas-Terminals (LNG-Terminals) in Deutschland zur Verfügung stehen, fünf staatlich betriebene und ein privatwirtschaftlich betriebenes. Zum Teil nahmen sie ihre Arbeit bereits auf. Vor allem Umweltschützer halten die Infrastruktur für überdimensioniert und stellen den hohen Bedarf an LNG in Frage. Sie fürchten zudem Umweltschäden durch diese fossile Energie.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: