Pallade Veneta - Delegierte aus aller Welt bereiten in Bonn die UN-Klimakonferenz vor

Delegierte aus aller Welt bereiten in Bonn die UN-Klimakonferenz vor


Delegierte aus aller Welt bereiten in Bonn die UN-Klimakonferenz vor
Delegierte aus aller Welt bereiten in Bonn die UN-Klimakonferenz vor / Foto: Liselotte Sabroe - Ritzau Scanpix/AFP/Archiv

Delegierte aus aller Welt bereiten seit Montag in Bonn die nächste UN-Klimakonferenz vor. Die Beauftragte der Bundesregierung für internationale Klimapolitik, Jennifer Morgan, rief zum Auftakt der zweiwöchigen Beratungen zu einer "breiten Koalition für eine ambitionierte globale Klimapolitik" auf. In Bonn müssten die Weichen für einen erfolgreichen Verlauf der Klimakonferenz COP28 gestellt werden, die vom 30. November bis 12. Dezember in Dubai stattfindet.

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"Die globale Bestandsaufnahme ist die Möglichkeit einer Generation, ihren Kurs zu korrigieren und einen Weg zu entwickeln, dem Klimawandel mit neuer Kraft und Perspektiven entgegenzutreten", erklärte vor den Gesprächen in Bonn der Chef des dort ansässigen UN-Klimasekretariats, Simon Stiell.

Bei den Beratungen am Rhein geht es vor allem um die bisherige Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 und damit die Fortschritte und Versäumnisse im Kampf gegen die Erderwärmung. Zudem soll über die Finanzierung von Klimaschutz und Energiewende sowie den Ausgleich von Klimaschäden in Entwicklungsländern gesprochen werden.

Bei der Weltklimakonferenz COP27 im vergangenen Jahr in Ägypten waren die Weichen für einen Fonds zum Ausgleich klimabedingter Schäden in besonders gefährdeten Ländern gestellt worden. Bei der dringend notwendigen Verringerung des Treibhausgasausstoßes wurde aber kaum nachgelegt.

Die Hilfsorganisation Oxfam warf den reichen Industrieländern zu Beginn der Bonner Gespräche vor, ärmere Staaten nicht ausreichend beim Klimaschutz zu unterstützen und zudem die Zahlen zu schönen. Laut einem Oxfam-Bericht floss im Jahr 2020 statt der versprochenen 100 Milliarden Dollar (93 Milliarden Euro) höchstens ein Viertel der Summe. Die Geberländer hätten hingegen angegeben, 83,3 Milliarden Dollar gezahlt zu haben.

Weiter kritisierte Oxfam, dass die Zuschüsse der Industrieländer nicht an die tatsächlichen klimatischen Veränderungen vor Ort angepasst würden und deshalb zu niedrig seien. "Für die notwendigen Anpassungsmaßnahmen etwa in der Landwirtschaft, zum Schutz vor künftigen Unwetterkatastrophen und gegen den steigenden Meeresspiegel werden die einkommensschwachen Länder schon bald das Dreißigfache brauchen", erklärte der Klimapolitik-Experte von Oxfam, Jan Kowalzig.

Bei der Bonner Konferenz, die alljährlich zur Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz stattfindet, wurde mit besonderer Spannung der Auftritt des Präsidenten der COP28, Sultan Ahmed Al Dschaber, erwartet. Umweltorganisationen und Klimaexperten hatten wegen dessen Posten in der Ölindustrie mit scharfer Kritik auf die Personalie reagiert.

Diese Präsidentschaft müsse nun "schnell zeigen", wie ernst es ihr mit dem Voranbringen erneuerbarer Energien sei, sagte die Architektin des Pariser Klimaabkommens von 2015 und Präsidentin der Europäischen Klimastiftung, Laurence Tubiana. "Heute ist es wichtiger denn je, auch zu erkennen, dass das Zeitalter der fossilen Energien zu Ende geht."

Die Berliner Beauftragte Morgan betonte, bei der COP28 müssten "wegweisende Entscheidungen" getroffen werden, "durch welche wir einen großen Sprung in Richtung einer klimafreundlichen, nachhaltigen und damit besseren Welt machen". Die Staatssekretärin im Auswärtigen Amt verwies auf die dramatische Lageeinschätzung des Weltklimarats IPCC in dessen Bericht vom März. Dieser "hat uns mit brutaler Klarheit gezeigt: Wir machen nicht genug und als Weltgemeinschaft schlafwandeln wir auf einen Abgrund zu."

Das Pariser Abkommen legt das Ziel fest, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Tatsächlich steuert die Welt beim derzeitigen Kurs aber auf eine Erwärmung zwischen 2,4 und drei Grad zu.

M.Romero--PV

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