Pallade Veneta - EU-Kommission will Genehmigungen für Windkraftanlagen vereinfachen

EU-Kommission will Genehmigungen für Windkraftanlagen vereinfachen


EU-Kommission will Genehmigungen für Windkraftanlagen vereinfachen
EU-Kommission will Genehmigungen für Windkraftanlagen vereinfachen / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Für einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien hat die EU-Kommission vereinfachte Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen angekündigt. Das geht aus einem am Dienstag vorgestellten Aktionsplan der Kommission hervor, mit dem der Ausbau beschleunigt und die europäische Windindustrie wettbewerbsfähiger werden soll. Bei Ausschreibungen für neue Windenergieanlagen sollen neben dem Preis künftig auch Qualitätskriterien angelegt werden.

Textgröße ändern:

Die EU-Staaten sollen ihre Genehmigungsverfahren demnach künftig digitalisieren und langfristige Pläne für neue Anlagen vorlegen. Die Kommission prüft zudem die Verlängerung einer Notfallverordnung, nach der einige Umwelt- und Artenschutzprüfungen bei der Genehmigung für neue Anlagen für erneuerbare Energien entfallen. Die EU hatte die Verordnung zur Versorgungssicherung im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beschlossen. Sie gilt regulär bis Juni nächsten Jahres.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte die Pläne. "Die Kommission sollte hier nun schnell Klarheit schaffen, um Planungsunsicherheiten zu vermeiden", erklärte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) teilte mit, Stadtwerke und kommunale Energieversorger begrüßten "alle Punkte, die einen schnellen Ausbau der Windkraft unterstützen".

Umweltorganisationen kritisierten hingegen eine mögliche Verlängerung der Notfallverordnung. Der Nabu warnte vor einem "Ausbau der Windenergie auf Kosten von Arten und Lebensräumen". Bei Ausschreibungen sollten nach Ansicht des Nabu zudem Umweltkriterien wie die Standortwahl und der "ökologische Fußabdruck" eines Projekts berücksichtigt werden.

Die Kommission beobachtet nach eigenen Angaben außerdem "mögliche unfaire Handelspraktiken", die Herstellern in anderen Ländern einen Marktvorteil verschaffen könnten. China wird dabei wie üblich nicht genannt. In der Solarindustrie drängten jedoch vor einigen Jahren günstigere chinesische Anbieter heimische Unternehmen vom Markt und in die Insolvenz. Einen solchen Effekt will die Kommission im Windsektor vermeiden.

Mit dem Plan werde die EU unabhängiger von Zulieferern aus Drittstaaten, erklärte der Kommissionsbeauftragte für das Klimaschutzpaket Green Deal, Maros Sefcovic. Der Windsektor solle in Europa wachsen und international wettbewerbsfähig werden. Die Kommission will Unternehmen zudem den Zugang zu EU-Subventionen erleichtern und die Ausbildung von Fachkräften fördern.

Bislang verfehlen die EU-Staaten ihre Ausbauziele für Windenergie deutlich. Im vergangenen Jahr wurden Anlagen mit einer Kapazität von 16 Gigawatt neu in Betrieb genommen, das Ziel liegt bei jährlich 37 Gigawatt. Bis 2030 will die EU mindestens 45 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien decken, die Windkraftkapazitäten sollen dafür mehr als verdoppelt werden.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Neuer Hitzerekord in Deutschland: 41,3 Grad in Saarbrücken

Neuer Hitzerekord in Deutschland: Mit 41,3 Grad ist an einer Wetterstation in Saarbrücken am Freitag die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen worden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Bisher lag der Hitzerekord in Deutschland bei 41,2 Grad - gemessen 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen. In Großbritannien wurde den dritten Tag in Folge der Hitzerekord für Juni geknackt. In ganz Europa sorgt die Hitze für Probleme bis hin zu Todesfällen.

Städtetag fordert Aufwertung des Hitzeschutzes in Kommunen

Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen fordert der Deutsche Städtetag eine Aufwertung des Hitzeschutzes in den Kommunen. Derzeit seien dies lediglich freiwillige Aufgaben, die "nur aus den Geldern bezahlt werden, die am Ende überhaupt noch übrig bleiben", sagte der Städtetags-Vizepräsident und Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) am Freitag dem RBB-Inforadio. Er warb dafür, den Hitzeschutz zu einer kommunalen Pflichtaufgabe zu machen.

Umweltorganisationen erringen Teilerfolg im Klimaprozess gegen TotalEnergies

Mehrere Umweltorganisationen haben in einem Klimaprozess gegen den Energiekonzern TotalEnergies einen Teilerfolg errungen. Ein Pariser Gericht verpflichtete das Unternehmen am Donnerstag, künftig auch die indirekten CO2-Emissionen in seinen Pflichtbericht zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken aufzunehmen. Die Richter verzichteten jedoch darauf, dem Konzern konkrete Maßnahmen zur Reduzierung seines Öl- und Gasgeschäftes aufzuerlegen, wie die Kläger es gefordert hatten.

Hitzewelle in Frankreich: Drei Atomreaktoren abgeschaltet

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich sind inzwischen drei Atomreaktoren abgeschaltet. Betroffen sind die Atomkraftwerke Bugey nahe Lyon an der Rhône, Nogent-sur-Seine westlich von Paris und Golfech im Süden des Landes. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte der Kraftwerkbetreiber EDF am Donnerstag mit. Konkret geht es darum, die Temperatur der durch die Hitzewelle bereits aufgewärmten Flüsse durch das Kühlwasser der Reaktoren nicht noch weiter zu erhöhen.

Textgröße ändern: