Pallade Veneta - Verbraucherschutz: EU-Abgeordnete stimmen für vereinfachte Reparaturen

Verbraucherschutz: EU-Abgeordnete stimmen für vereinfachte Reparaturen


Verbraucherschutz: EU-Abgeordnete stimmen für vereinfachte Reparaturen
Verbraucherschutz: EU-Abgeordnete stimmen für vereinfachte Reparaturen / Foto: Ed JONES - AFP/Archiv

Verbraucherinnen und Verbraucher in der Europäischen Union sollen defekte Geräte wie Kühlschränke und Mobiltelefone künftig einfacher reparieren lassen können. Die Abgeordneten im Europaparlament stimmten am Dienstag in Straßburg mit großer Mehrheit für das sogenannte Recht auf Reparatur. Das Gesetz soll unabhängige Werkstätten stärken und den Zugang zu Ersatzteilen erleichtern.

Textgröße ändern:

"Wer eine Reparatur will, bekommt eine", sagte der im Parlament zuständige Berichterstatter, René Repasi (SPD). Geht ein Gerät innerhalb der zweijährigen gesetzlichen Garantie kaputt, soll eine Reparatur künftig Standard sein. Nur in Ausnahmefällen sollen Verbraucherinnen und Verbraucher ein neues Gerät als Ersatz bekommen.

Nach Ablauf der Garantie sei "der Preis der entscheidende Faktor für mehr Reparaturen", erklärte Repasi. Unabhängige Werkstätten sollen deshalb Geräte aller Marken reparieren können. Hersteller dürfen Reparaturen demnach künftig nicht mehr absichtlich erschweren, wie etwa durch spezielle Schlüssel oder Hürden in der Software.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen sich für eine Reparatur direkt an die Hersteller wenden können, auch wenn sie ein Produkt beim Händler gekauft haben. Für reparierte Geräte soll die Garantie um ein Jahr verlängert werden. Das Recht auf Reparatur bleibt für Geräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Mobiltelefone und Fahrräder auch nach Ablauf der Garantie bestehen, solange eine Reparatur möglich ist.

"Wir sorgen dafür, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher sehr viel Geld sparen", sagte die Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz im Europaparlament, Anna Cavazzini (Grüne). Nach Schätzungen der EU-Kommission könnten die Menschen in der Europäischen Union jährlich insgesamt rund zwölf Milliarden Euro sparen, wenn sie ihre Geräte anstelle eines Neukaufs reparieren.

Die EU will mit dem Gesetz zudem dafür sorgen, dass weniger Elektroschrott anfällt. Pro Jahr rechnet die Kommission mit 35 Millionen Tonnen Müll, weil Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Geräte zu früh wegwerfen. Mehr Reparaturen würden demnach Ressourcen sparen und die CO2-Emissionen senken.

Die Abgeordneten im Europaparlament stimmten mit 590 Stimmen für das Recht auf Reparatur, bei 15 Gegenstimmen und 15 Enthaltungen. Das Gesetz geht nun in die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Entenküken aus Regenwasserrohr in Dresden gerettet

In Dresden haben Einsatzkräfte der Feuerwehr mehrere Entenküken aus einem Regenwasserrohr gerettet. Die vier Küken saßen am Samstag in etwa einem Meter Tiefe in dem Fallrohr fest, wie die Dresdner Feuerwehr am Sonntag berichtete.

Copernicus: Oberflächentemperaturen der Meere steuern auf neuen Höchstwert zu

Die Oberflächentemperaturen der Meere steuern dem monatlichen Klimabericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zufolge auf einen neuen Höchststand zu. Es sei "nur eine Frage von Tagen", bis der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2024 erreicht werde, sagte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Studie: Deutsche sorgen sich ums Klima – Umweltängste in 80ern waren aber größer

Die Bundesbürger machen sich wegen des Klimawandels deutlich mehr Sorgen als noch vor 16 Jahren - sie liegen aber unter dem Niveau der Ängste vor Umweltschäden in den 1980er Jahren. Das zeigt eine Auswertung von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durch das DIW Berlin, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) vorlag. Dabei zeigen jüngere Jahrgänge sich grundsätzlich deutlich besorgter über die Auswirkungen des Klimawandels als ältere.

Frankreich mahnt zur weltweiten Reduzierung von Methan-Ausstoß

Frankreich und mehrere weitere Länder haben ein schnelleres Handeln zur Verringerung des weltweiten Methan-Ausstoßes gefordert. Es brauche schnelle Lösungen, sagte die französische Umweltministerin Monique Barbut am Montag in Paris. Frankreich hatte das Treffen im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft einberufen. "Es ist eindeutig: Der Energiesektor bietet die schnellsten und häufig auch die kostengünstigsten Möglichkeiten, den Ausstoß zu reduzieren", betonte Barbut.

Textgröße ändern: