Pallade Veneta - Agrarminister können sich nicht auf Getreideanbau auf Ökoflächen einigen

Agrarminister können sich nicht auf Getreideanbau auf Ökoflächen einigen


Agrarminister können sich nicht auf Getreideanbau auf Ökoflächen einigen
Agrarminister können sich nicht auf Getreideanbau auf Ökoflächen einigen

Die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern haben sich bei ihrem Treffen in Magdeburg nicht einigen können, in welchem Umfang Deutschland stillgelegte Flächen wegen des Ukraine-Kriegs wieder zur Nutzung freigeben sollte. Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) und Landesminister der Grünen sprachen sich dagegen aus, die sogenannten ökologischen Vorrangflächen komplett wieder freizugeben. Länder mit SPD- und unionsgeführten Landwirtschaftsministerien sind dafür.

Textgröße ändern:

Bayerns Ministerin Michaela Kaniber (CSU) erklärte, ihr Bundesland habe eine Freigabe dieser Flächen zum Anbau in diesem Jahr im Bundesrat beantragt. Dieser Antrag habe am Freitag im Agrarausschuss auch eine Mehrheit der Länder erhalten. "Dass sowohl die Europäische Union wie auch diese Mehrheit im Bundesratsausschuss die Notwendigkeit der Lebensmittelproduktion auf diesen Flächen sieht, sollte die Bundesregierung nochmal zum Nachdenken veranlassen", forderte die Ministerin.

Özdemir sagte nach Abschluss der Konferenz, das "Produktionspotenzial" dieser Flächen werde überschätzt. Er verwies auf das Thünen-Institut, dass ein Potenzial von 0,6 Millionen Tonnen Getreide sehe. Özdemir will nur den Anbau von Futter- und Eiweißpflanzen auf den Flächen erlauben, ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Der Landwirtschaftsminister von Sachsen, Wolfram Günther (Grüne), betonte, es dürfe "keine Rolle rückwärts geben". Hunger bekämpfe die Politik nicht, "indem wir ökologische Ruhezonen und Puffer für Artenvielfalt für den Anbau freigeben". Es gebe kein Mengenproblem, Hunger entstehe vielmehr durch fehlende Kaufkraft und dysfunktionale Märkte. Die zusätzlichen Produktionskapazitäten, wenn Stilllegungsflächen bebaut würden, lägen zudem im Zehntel-Prozent-Bereich. "Der Schaden für Umwelt und Artenvielfalt wäre hingegen enorm."

Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte sich zu Beginn der Agrarministerkonferenz am Mittwoch dafür ausgesprochen, einen Teil der ökologischen Vorrangflächen für die Erzeugung von Lebensmitteln zu nutzen. Der Anteil dieser Vorrangflächen liege derzeit bei vier bis fünf Prozent, sagte Rukwied. Zwei Prozent beziehungsweise 250.000 Hektar könnten wieder landschaftlich genutzt werden, um darauf rund 1,5 Millionen Tonnen Weizen zu erzeugen.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Abholzung im Amazonas auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. In der Periode von August 2025 bis Juli 2026 seien 2874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilten die Behörden am Freitag unter Berufung auf Satellitendaten mit. Dies seien 37 Prozent weniger als in den zwölf Monaten davor - und der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016.

42,2 Grad: Allzeit-Hitzerekord in der Slowakei nach nur einem Tag gebrochen

In der Slowakei ist zum zweiten Mal binnen zwei Tagen ein neuer Allzeit-Hitzerekord aufgestellt worden. In der unweit der Grenze zu Ungarn gelegenen südslowakischen Ortschaft Dolne Plachtince stieg das Thermometer am Donnerstag auf 42,2 Grad, wie der nationale Wetterdienst erklärte. Das war die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen in dem Land.

RWE gibt Offshore-Windparkprojekte in den USA auf

Der deutsche Energiekonzern RWE gibt seine Pläne für Offshore-Windkraftprojekte in den USA auf. Das Unternehmen habe einen Vergleich mit dem US-Innenministerium geschlossen, "um Ansprüche gegen die US-Regierung beizulegen und ihre Offshore-Wind-Pachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückzugeben", erklärte der Konzern mit Sitz in Essen am Donnerstag. Für diese Projekte sei "in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit gegeben".

Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs"

Kreuzfahrten sind bei vielen Bundesbürgern beliebt - doch mit Blick auf die Umweltfolgen bleibt die Branche nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu weiter deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar investierten die Unternehmen zunehmend in Landstromanschlüsse, die die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgen, anstatt die Motoren laufen lassen zu müssen. Dennoch bleibe die Kreuzfahrtbranche "auf fossilem Kurs", kritisierte der Nabu am Donnerstag.

Textgröße ändern: