Pallade Veneta - Behörde: Schlimmste jemals beobachtete Korallenbleiche an Australiens Great Barrier Reef

Behörde: Schlimmste jemals beobachtete Korallenbleiche an Australiens Great Barrier Reef


Behörde: Schlimmste jemals beobachtete Korallenbleiche an Australiens Great Barrier Reef
Behörde: Schlimmste jemals beobachtete Korallenbleiche an Australiens Great Barrier Reef / Foto: Glenn NICHOLLS - AFP/Archiv

Das einzigartige Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist nach Behördenangaben von der schlimmsten jemals beobachteten Korallenbleiche betroffen. "Die kumulativen Auswirkungen auf das Riff in diesem Sommer waren höher als in den Sommern zuvor", erklärte die Meeresparkbehörde am Mittwoch. Luftaufnahmen haben gezeigt, dass etwa 730 der mehr als 1000 Riffe darunter leiden. Es ist bereits die fünfte großflächige Korallenbleiche im Great Barrier Reef in acht Jahren.

Textgröße ändern:

Das Great Barrier Reef besteht aus rund 2500 verschiedenen Riffen und mehr als 900 Inseln. Es beherbergt mehr als 600 Korallen- und über 1600 Fischarten. Seit Jahrzehnten leidet es immer wieder unter Korallenbleichen, die auf die Erwärmung des Ozeans im Zuge des Klimawandels zurückzuführen sind. Die Korallen stehen dann unter Stress und stoßen die in ihnen lebenden bunten Algen ab, die ihre wichtigste Nahrungsquelle sind.

Die Korallen verlieren in der Folge ihre Farbe und geraten in Lebensgefahr. Gebleichte Korallen können sich zwar wieder erholen, wenn die Temperaturen sinken und andere Faktoren wie Überfischung und Verschmutzung reduziert werden. Entscheidend ist aber das Ausmaß der Schäden.

Zum ersten Mal kam es nach Angaben der Meeresparkbehörde nun überall im Great Barrier Reef zu einer extremen Korallenbleiche, bei der mehr als 90 Prozent der Korallen verblassten. Wie es in einem Bericht der Regierung zur Korallenbleiche in diesem Sommer heißt, litten diesmal bis zu 46 Prozent der Riffe unter Hitzestress. 2016 waren nur 20 Prozent der Riffe davon betroffen.

Der Ozean-Experte Richard Leck von der Umweltorganisation WWF in Australien sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Korallenbleiche betreffe das Riff in einem "beispiellosen" Umfang - auch in zwei Gebieten, die bei größeren Korallenbleichen bisher verschont geblieben waren. Der südliche Teil des Riffs sei so schlimm betroffen wie noch nie. "Beängstigend" sei auch, dass noch mehr Riffe betroffen seien als bei der großen Korallenbleiche 2016. "Aber wir werden erst in ein paar Monaten wissen, wie die Sterblichkeit der Korallen aussieht", sagte Leck.

Der leitende Wissenschaftler der Riff-Behörde, Roger Beeden, sagte, der Klimawandel sei die größte Bedrohung für das größte Korallenriff der Welt. "Das Great Barrier Reef ist ein unglaubliches Ökosystem, und obwohl es immer wieder seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt hat, war dieser Sommer eine besondere Herausforderung", sagte er.

Die Chefin der Great-Barrier-Reef-Stiftung, Anna Marsden, betonte, das Riff habe "den schlimmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt".

AFP-Journalisten hatten diesen Monat eines der am stärksten betroffenen Gebiete des Great Barrier Reef besucht. Das Riff um Lizard Island, ein kleines tropisches Paradies vor der Nordostspitze Australiens, wird normalerweise von einer lebhaften Unterwasserwelt bevölkert - und wirkte nun völlig ausgestorben.

Die Meeresbiologin Anne Hoggett, die seit 33 Jahren auf Lizard Island lebt und arbeitet, sagte, bei ihrer Ankunft auf der Insel sei es nur etwa alle zehn Jahre zu Korallenbleichen gekommen. Mittlerweile passiere das jedes Jahr. In diesem Sommer seien etwa 80 Prozent der gefährdeten Acropora-Korallen an dem Riff von der Bleiche betroffen, sagte die Forscherin. "Wir wissen noch nicht, ob sie bereits zu viel Schaden erlitten haben, um sich wieder zu erholen."

Australien hat bereits rund fünf Milliarden australische Dollar (gut drei Milliarden Euro) in die Verbesserung der Wasserqualität, die Verringerung von Klima-Folgen und den Schutz bedrohter Arten investiert. Zugleich ist die wirtschaftliche Abhängigkeit des Landes von den klimaschädlichen fossilen Brennstoffen Kohle und Gas weiterhin groß.

Y.Destro--PV

Empfohlen

TotalEnergies beendet Windpark-Projekte vor US-Ostküste

Der französische Energiekonzern TotalEnergies hat sich mit der US-Regierung auf ein Aus für seine Windparkprojekte vor der Ostküste der Vereinigten Staaten geeinigt. TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanné unterzeichnete dazu am Montag am Rande einer Energiekonferenz in Houston im Bundesstaat Texas eine Vereinbarung mit US-Innenminister Doug Burgum. Die geplanten Investitionen in zwei Offshore-Windparks von 928 Millionen Dollar (gut 800 Millionen Euro) sollen demnach in Erdgasprojekte umgeleitet werden.

Rekord-Hitzewelle im Westen der USA zieht in Richtung Osten weiter

Hochsommertemperaturen mitten im März: Die historisch frühe Hitzewelle im Westen der USA ist weiter in Richtung Osten gezogen. Dutzende Bundesstaaten von Kalifornien bis zum zentraler gelegenen Colorado verzeichneten am Samstag laut dem Nationalen Wetterdienst NWS nie dagewesene Rekordwerte für den Monat März. Bis zu 35 Grad Celsius wurden laut Wetterexperten zudem in Missouri, Nebraska und Kansas verzeichnet - Bundesstaaten im Mittleren Westen, in denen wenige Tage zuvor teils noch Minusgrade herrschten. Für einige Regionen gab der Wetterdienst eine Hitzewarnung aus.

Rekord-Hitzewelle zieht vom Westen der USA weiter in Richtung Osten

Extremtemperaturen binnen weniger Tage: Die historisch frühe Hitzewelle im Westen der USA ist weiter in Richtung Osten gezogen. Dutzende Bundesstaaten von Kalifornien bis zum zentraler gelegenen Colorado verzeichneten am Samstag laut Nationalem Wetterdienstes NWS Rekordwerte für den Monat März. Bis zu 35 Grad Celsius wurden laut Wetterexperten zudem in Missouri, Nebraska und Kansas verzeichnet - Bundesstaaten im Mittleren Westen, in denen wenige Tage zuvor teils noch Minusgrade herrschten.

Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar

Deutschlands Gletscher schmelzen im Rekordtempo. Seit dem Jahr 2023 büßten die Eisflächen in den bayerischen Alpen mehr als ein Viertel ihrer Fläche ein, wie die Hochschule München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag unter Verweis auf neue Messungen vom Herbst mitteilten. Insgesamt verloren die Gletscher in nur zwei Jahren rund eine Million Kubikmeter Eis.

Textgröße ändern: