Pallade Veneta - Scholz dringt auf breitere Basis für internationale Klimafinanzierung

Scholz dringt auf breitere Basis für internationale Klimafinanzierung


Scholz dringt auf breitere Basis für internationale Klimafinanzierung
Scholz dringt auf breitere Basis für internationale Klimafinanzierung / Foto: JOHN MACDOUGALL - AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dringt darauf, die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen international auf eine breitere Basis zu stellen. "Länder, die in großem Umfang zu Emissionen beitragen, müssen auch zur öffentlichen Klimafinanzierung beitragen, wenn sie dazu ökonomisch in der Lage sind", sagte Scholz am Freitag in seiner Rede vor dem Petersberger Klimadialog in Berlin. Zugleich versicherte er, dass Deutschland an seinen Beiträgen zur Klimafinanzierung festhalten werde.

Textgröße ändern:

Der Vorstoß mit Blick auf große Emittenten von Treibhausgasen richtet sich offensichtlich besonders auf China, aber auch auf reiche Golfstaaten - Scholz nannte jedoch keine Länder explizit. Er warb zugleich für die stärkere Mobilisierung von mehr privatem Kapital: "Öffentliche Gelder allein, noch dazu von einer überschaubaren Gruppe von Ländern, werden nicht ausreichen", gab er zu bedenken.

Ausdrücklich bekannte sich der Kanzler aber zur fortbestehenden finanziellen Verantwortung der Industrieländer - auch wenn deren Anteil an den weltweiten Emissionen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zurückgegangen sei. "Auch auf Deutschland ist hierbei Verlass", versicherte Scholz. Er verwies auf das Versprechen der Bundesregierung für internationale Klimafinanzierung sechs Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld sei 2022 auch bereitgestellt worden.

"Deutschland ist auf Kurs", sagte Scholz auch mit Blick auf die Senkung der Emissionen und den Ausbau erneuerbarer Energien. So sei es im vergangenen Jahr gelungen, den Treibhausgas-Ausstoß verglichen mit 1990 fast zu halbieren, auch das deutsche Klimaziel von minus 65 Prozent bis 2030 sei erreichbar. Neben einem massiven Ausbau der Solarenergie sei im vergangenen Jahr auch der Ausbau der Windenergie an Land fast verdoppelt worden.

Beim Petersberger Klimadialog beraten seit Donnerstag hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus rund 40 Staaten über ein gemeinsames Vorgehen für mehr Klimaschutz. Dabei geht es um Weichenstellungen für die UN-Klimakonferenz im November in Aserbaidschans Hauptstadt Baku, wo die Frage der Klimafinanzierung eine wichtige Rolle spielen soll. Schätzungen zufolge werden bis 2030 etwa 2,4 Billionen Dollar jährlich für die erforderliche Transformation in Entwicklungs- und Schwellenändern benötigt.

Scholz erinnerte an Erfolge der Klimakonferenz 2023 in Dubai, darunter Beschlüsse zur Verdreifachung des weltweiten Ausbaus Erneuerbarer bis 2030, einer Verdopplung der Energieeffizienz und zur Abkehr von fossilen Brennstoffen. Es gehe jetzt darum, dass die Konferenzen in Baku und kommendes Jahr in Brasilien "an diesen Erfolg anknüpfen werden", sagte der Kanzler. "Wir müssen die Chancen der Zukunft ergreifen", hob er hervor. "Ein Zurück in die fossile Ära kann und wird es nicht geben."

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: