Pallade Veneta - Canberra will hunderte Millionen Euro für Schutz des Great Barrier Reef ausgeben

Canberra will hunderte Millionen Euro für Schutz des Great Barrier Reef ausgeben


Canberra will hunderte Millionen Euro für Schutz des Great Barrier Reef ausgeben
Canberra will hunderte Millionen Euro für Schutz des Great Barrier Reef ausgeben

Australiens Regierung hat ein hunderte Millionen Euro schweres Paket zum Schutz des durch den Klimawandel bedrohten Great Barrier Reef angekündigt. Premierminister Scott Morrison kündigte an, über neun Jahre würden insgesamt eine Milliarde australische Dollar (630 Millionen Euro) in Maßnahmen zum Erhalt des einzigartigen Ökosystems gesteckt. Morrisons konservative Regierung steht allerdings in der Kritik, weil sie zugleich an der massiven Förderung fossiler Brennstoffe festhält.

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Morrison hob bei der Ankündigung des Schutzpakets für das Great Barrier Reef die wirtschaftliche Bedeutung des vor Australiens Küste liegenden Korallenriffs als Touristenmagnet hervor: "Wir setzen uns für die Gesundheit des Riffs und die wirtschaftliche Zukunft der Tourismusanbieter, des Gastgewerbes und der Gemeinden in Queensland ein, die im Zentrum der Riffwirtschaft stehen." Morrisons Partei muss bei der Parlamentswahl im Mai wichtige Sitze in dem Bundesstaat gewinnen, um an der Macht zu bleiben.

Der Großteil des Geldes soll dafür verwendet werden, die Verschmutzung des Riffs durch schädliche Abwässer aus der Landwirtschaft zu verhindern. Ein Viertel des Geldes soll für die Bekämpfung des Dornenkronenseesterns eingesetzt werden, der Korallen frisst und bereits riesige Schäden angerichtet hat.

Die Regierung hat seit 2015 im Rahmen des Programms "Reef 2050" bereits mehrere Milliarden Dollar in den Schutz des Riffs gesteckt, das in der Vergangenheit Millionen von Touristen anzog. Damals hatte die Unesco gedroht, das Riff in der Liste der Weltnaturerbe-Stätten herabzustufen. Das riesige Korallenriff war bereits 1981 auf die Welterbe-Liste aufgenommen worden.

Es wird angenommen, dass "Reef 2050" den Rückgang der Korallenriffe verlangsamte, aber ein großer Teil des größten Riffsystems der Welt ist bereits geschädigt. In den vergangenen Jahren gab es hier drei große Korallenbleichen: 2016, 2017 und 2020. Eine Studie hatte kürzlich ergeben, dass seit 1998 von den Korallenbleichen 98 Prozent des Great Barrier Reef betroffen waren. Die Korallenbleichen können wiederum zum Absterben des Riffs führen, das Lebensraum für zahlreiche Arten ist.

Die ansteigenden Meerestemperaturen, die den Korallenbleichen zugrunde liegen, werden auf den menschgemachten Klimawandel zurückgeführt. Australien ist einer der weltgrößten Exporteure von Erdgas und Kohle, deren Verbrennung die Erderwärmung weiter vorantreibt. Aus der Branche fließen große Summen als Spenden an die australischen Parteien. Morrisons Hilfszusagen für das Great Barrier Reef stießen daher bei Umwelt- und Klimaschützern auf Kritik.

Climate Council, eine australische Nichtregierungsorganisation, verglich die jüngsten Ankündigungen des Regierungschefs mit einem "Pflaster auf einem gebrochenen Bein".

Lesley Hughes, Mitglied der Organisation und Professorin für Biologie an der Macquarie University, sagte: "Mit der einen Hand Geld für das Great Barrier Reef zu verteilen, während man mit der anderen Hand genau die Industrie - fossile Brennstoffe - finanziert, die verheerende Klimaauswirkungen wie marine Hitzewellen und Korallenbleiche verursacht, bedeutet, dass man genau das Problem verschärft, von dem man behauptet, es lösen zu wollen."

Die Australier bekommen die Auswirkungen des Klimawandels stark zu spüren, etwa durch besonders heftige Waldbrände. Eine Umfrage des Lowy Institute in Sydney hatte vergangenes Jahr ergeben, dass 60 Prozent der Australier in der globalen Erwärmung "ein ernstes und drängendes Problem" sehen. Acht von zehn Australiern unterstützen demnach die Zielsetzung, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

C.Conti--PV

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