Pallade Veneta - Angriffe auf Seevögel: Tierschützer wollen Mäuse auf südafrikanischer Insel ausrotten

Angriffe auf Seevögel: Tierschützer wollen Mäuse auf südafrikanischer Insel ausrotten


Angriffe auf Seevögel: Tierschützer wollen Mäuse auf südafrikanischer Insel ausrotten
Angriffe auf Seevögel: Tierschützer wollen Mäuse auf südafrikanischer Insel ausrotten / Foto: STR - AFP/Archiv

In Südafrika wollen Tierschützer Köder mit Mäusegift über einer entlegenen Insel im Indischen Ozean abwerfen, um Albatrosse und andere Seevögel vor räuberischen Mäusen zu schützen. Auf der Marion-Insel etwa 2000 Kilometer südöstlich von Kapstadt machen sich Nagetiere-Horden über die Nester der Vögel her, wie der Vogelschützer Mark Anderson erklärte. Zuletzt hätten die Mäuse aber nicht nur Eier und Küken gefressen, sondern auch ausgewachsene Vögel.

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Unter den betroffenen Vogelarten ist auch der große Wanderalbatros, für den die Marion-Insel eine wichtige Brutinseln ist. "Die Mäuse wurden im vergangenen Jahr zum ersten Mal dabei beobachtet, wie sie ausgewachsene Wanderalbatrosse fraßen", sagte Anderson, der bei einem Treffen der Organisation Birdlife South Africa Fotos von Vögeln mit Bisswunden zeigte. Von den 29 Seevogelarten, die auf der Insel brüten, droht dort 19 die Ausrottung, teilte das Projekt Mouse-Free Marion mit.

Die Mäuseplage hat im Zuge des Klimawandels zugenommen: In wärmeren und längeren Sommern vermehren sich die Mäuse stärker und finden dann weniger Nahrung. In den vergangenen Jahren haben die Mäuseangriffe daher zugenommen, wie Anderson, einer der Projektleiter und Geschäftsführer von BirdLife South Africa, sagte. Die Vögel können sich seinen Angaben zufolge nicht gegen die Angreifer zur Wehr setzen, weil sie in ihrer Evolution nie mit Landraubtieren zu tun hatten. "Wir verlieren jedes Jahr hunderttausende Seevögel durch die Mäuse", sagte der Vogelschützer.

Das Mausfrei-Projekt hat nach eigenen Angaben bislang ein Viertel der benötigten 29 Millionen Dollar aufgebracht, um im Winter 2027 Hubschrauber mit 600 Tonnen Mäusegift-Ködern zu der Insel zu schicken. Die Piloten müssen dabei sicherstellen, dass die Köder auf der gesamten Insel verteilt werden, die 25 Kilometer lang und 17 Kilometer breit ist. "Wir müssen jede einzelne Maus loswerden", sagte Anderson. "Wenn ein Männchen und ein Weibchen übrig bleiben, können sie sich wieder vermehren und irgendwann stehen wir wieder da, wo wir jetzt sind."

Hausmäuse waren Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Insel eingeschleppt worden und hatten sich anfangs hauptsächlich von Pflanzen und wirbellosen Tieren ernährt. Um die Mäuseplage zu bekämpfen, wurden um 1948 herum fünf Katzen auf die Insel gebracht, die dann aber selbst zur Plage wurden: Jahre später gab es auf der Insel etwa 2000 Katzen, die jährlich etwa 450.000 Vögel töteten. Nach einem Ausrottungsprojekt gibt es seit 1991 keine Katzen mehr auf der Insel.

J.Lubrano--PV

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