Pallade Veneta - Lemke warnt vor Blockade bei Klimaverhandlungen in Baku

Lemke warnt vor Blockade bei Klimaverhandlungen in Baku


Lemke warnt vor Blockade bei Klimaverhandlungen in Baku
Lemke warnt vor Blockade bei Klimaverhandlungen in Baku / Foto: Markus Schreiber - POOL/AFP/Archiv

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat vor einer Blockade der Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Baku gewarnt. "Die Verhandlungen sind in einer schwierigen Phase", räumte Lemke am Donnerstag in Baku ein. Eine Ursache sei neben den aktuellen internationalen Krisen "ein letztes Aufbäumen der fossilen Welt".

Textgröße ändern:

"Das Zeitalter der Fossilen geht zuende", zeigte sich Lemke überzeugt. "Die erneuerbaren Energien wachsen dynamisch", hob sie hervor. Sie pochte auf die Beachtung der Beschlüsse der Vorgängerkonferenz 2023 in Dubai als Richtschnur des Handelns. Dort waren eine Abkehr von fossilen Energien sowie bis 2030 die weltweite Verdreifachung erneuerbarer Energien und die Verdopplung der Energieeffizienz als Ziele beschlossen worden.

"Wer die Gespräche in Baku blockiert, handelt verantwortungslos", sagte Lemke mit Blick auf immer häufigere wetterbedingte Katastrophen wie zuletzt in Spanien. Dort seien nicht nur Millionen Menschen betroffen gewesen, sondern auch Schäden in Milliardenhöhe entstanden. "Während wir in Baku über Milliardenzahlungen diskutieren, laufen anderswo die Kosten aus dem Ruder", gab die Ministerin zu bedenken.

Sie bezog sich dabei auf die Beratungen der Klimakonferenz über einen neuen Rahmen für die internationale Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen. "Die immensen Kosten werden wir nicht bewältigen können, wenn die Emissionen und die Schäden immer weiter ansteigen", warnte sie.

"Wir sollten nicht mehr über die vertraglich vereinbarten Ziele diskutieren, sondern darüber, wie wir diese Ziele erreichen, drängte Lemke zum Handeln. "Da gehören angemessene Finanzierungsmittel selbstverständlich dazu." Sie sicherte zu, Deutschland werde trotz schwieriger Haushaltslage zu seinen Finanzierungszusagen stehen.

Lemke warb auch erneut für eine engere Verzahnung von Klima- und Artenschutz. "Die Natur- und die Klimakrise können nicht getrennt voneinander gelöst werden", sagte die Umweltministerin. So solle der natürliche Klimaschutz, durch den CO2 der Atmosphäre entzogen werde, eine größere Rolle spielen. Anders werde das Ziel der Treibhausgasneutralität nicht zu erreichen sein.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Copernicus: Oberflächentemperaturen der Meere steuern auf neuen Höchstwert zu

Die Oberflächentemperaturen der Meere steuern dem monatlichen Klimabericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zufolge auf einen neuen Höchststand zu. Es sei "nur eine Frage von Tagen", bis der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2024 erreicht werde, sagte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Studie: Deutsche sorgen sich ums Klima – Umweltängste in 80ern waren aber größer

Die Bundesbürger machen sich wegen des Klimawandels deutlich mehr Sorgen als noch vor 16 Jahren - sie liegen aber unter dem Niveau der Ängste vor Umweltschäden in den 1980er Jahren. Das zeigt eine Auswertung von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durch das DIW Berlin, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) vorlag. Dabei zeigen jüngere Jahrgänge sich grundsätzlich deutlich besorgter über die Auswirkungen des Klimawandels als ältere.

Frankreich mahnt zur weltweiten Reduzierung von Methan-Ausstoß

Frankreich und mehrere weitere Länder haben ein schnelleres Handeln zur Verringerung des weltweiten Methan-Ausstoßes gefordert. Es brauche schnelle Lösungen, sagte die französische Umweltministerin Monique Barbut am Montag in Paris. Frankreich hatte das Treffen im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft einberufen. "Es ist eindeutig: Der Energiesektor bietet die schnellsten und häufig auch die kostengünstigsten Möglichkeiten, den Ausstoß zu reduzieren", betonte Barbut.

Waldbrand bei brandenburgischem Jüterbog breitet sich aus

Der am Freitag ausgebrochene Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe des brandenburgischen Jüterbog hat sich weiter ausgebreitet. "Das Feuer frisst sich nach und nach durch", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, am Sonntag dem Sender RBB. Inzwischen brenne es auf einer Fläche von 113 Hektar.

Textgröße ändern: