Pallade Veneta - EU-Fischfangquoten: Weniger Hering und mehr Scholle für Nordsee-Fischer

EU-Fischfangquoten: Weniger Hering und mehr Scholle für Nordsee-Fischer


EU-Fischfangquoten: Weniger Hering und mehr Scholle für Nordsee-Fischer
EU-Fischfangquoten: Weniger Hering und mehr Scholle für Nordsee-Fischer / Foto: Oli SCARFF - AFP

Die deutschen Nordsee-Fischer dürfen im kommenden Jahr weniger Hering und mehr Scholle aus dem Meer ziehen. Darauf einigten sich die Fischereiministerinnen und Minister der EU in der Nacht zum Mittwoch in Brüssel. Für den seit Jahren gefährdeten Aal gilt demnach weiter eine Schonzeit von sechs Monaten im Jahr, in der die Tiere nicht gefischt werden dürfen.

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Gemessen an der jährlichen Fangmenge in Tonnen macht der Hering den größten Anteil an der europäischen Nordsee-Fischerei aus. Für 2025 sinkt die erlaubte Fangmenge für deutsche Fischer nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums um gut ein Viertel. Auch die erlaubte Menge für Schellfisch sinkt der Einigung zufolge im kommenden Jahr, für Scholle und Seelachs hingegen steigt sie.

Für den Kabeljau bleibt ein Fischereiverbot im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden bestehen. In der restlichen Nordsee sinkt die erlaubte Fangmenge um rund ein Fünftel. Nach Einschätzung des Bundeslandwirtschaftsministeriums reicht das allerdings nicht aus, um den Kabeljau zu schützen. "Der Wiederaufbau des südlichen Bestandes könnte hierdurch verzögert werden", kritisierte die zuständige Staatssekretärin Silvia Bender.

Der Deutsche Fischerei-Verband begrüßte die Einigung der EU-Minister. "Es zeigt sich erneut, dass die nachhaltige Bewirtschaftung der letzten Jahre Früchte trägt", erklärte der Verband und sprach von "stabilen Perspektiven für die deutsche Frischfischfischerei".

Umweltverbände schätzten die vereinbarten Fangmengen hingegen als zu hoch ein. "Die meisten der beschlossenen Fangquoten gehen auf das Maximum, das die Wissenschaft empfohlen hatte", erklärte die Fischereiexpertin beim BUND, Valeska Diemel, mit Blick auf die Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Sie warf den Fischereiministern ein "gefährliches Spiel" mit bedrohten Arten vor.

Die erlaubten Fangmengen verhandelt die EU mit Großbritannien und Norwegen, die ebenfalls in der Nordsee fischen. Insbesondere beim Hering und bei der Makrele werfen mehrere EU-Staaten den beiden Nachbarn Überfischung vor.

P.Colombo--PV

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