Pallade Veneta - WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor

WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor


WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor
WWF wirft Schweden und Finnland Abholzung schützenswerter Wälder vor / Foto: Olivier MORIN - AFP

Schweden und Finnland verstoßen nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF gegen ihre Verpflichtungen zur Bewahrung schützenswerter Wälder. In den beiden EU-Länder würden jedes Jahr "tausende von Hektar Wald mit hohem Schutzwert abgeholzt, obwohl sie für die Klimastabilität, die biologische Vielfalt und die langfristige ökologische Gesundheit wichtig sind", erklärte der WWF am Donnerstag. Die beiden waldreichsten Länder Europas nutzten "Schlupflöcher", um die Abholzung in Ur- und Altwäldern zu ermöglichen, die geschützt werden sollten.

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Bei der Bestimmung von Altwäldern gehen die Meinungen zwischen der EU und den beiden nordischen Ländern auseinander. Stockholm beruft sich auf drei verschiedene Definitionen, während Helsinki kürzlich striktere Anforderungen an einen solchen Wald vorgeschlagen hat. Dadurch würde sich nach Angaben von Kritikern der Umfang der Waldfläche, die nach EU-Vorgaben geschützt werden muss, verringern.

Der WWF fordert, dass Schweden einen größeren Teil seiner Wälder schützt, indem diese kartographiert werden und in bestimmten Gebieten ein Moratorium für die Abholzung verhängt wird.

Das EU-Renaturierungsgesetz, das im Sommer in Kraft trat, verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2030 mindestens je 20 Prozent der Land- und Meeresflächen, darunter auch Wälder, zu renaturieren.

Die derzeitige schwedische Regierung unternehme nicht genug, um Primär- und Altwälder in Privatbesitz zu schützen, kritisierte der WWF. Daher komme es zu "einem anhaltenden Verlust" dieser Wälder durch Kahlschlag. In Schweden sind nach Angaben des Forstindustrieverbands rund 140.000 Menschen in der Forstwirtschaft beschäftigt.

Die privaten Waldbesitzer in Schweden betonen, dass sie sich an die geltenden Gesetze halten. "Niemand fällt Bäume nur zum Spaß", sagte Magnus Kindbom vom schwedischen Bauernverband. Das Dilemma bestehe darin, einen Kompromiss zwischen dem Zugang zu mehr Biomasse und dem Schutz der biologischen Vielfalt zu finden.

Der schwedische Landwirtschaftsminister Peter Kullgren wies die Kritik des WWF zurück. Schweden nehme den Waldschutz ernst, erklärte er. Über 25 Prozent der schwedischen Wälder seien bereits aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen worden, und über zehn Prozent seien streng geschützt.

Um die biologischen Vielfalt in den schwedischen Wäldern ist es nach Einschätzung von Wissenschaftlern aber nicht gut bestellt. In einem 2024 veröffentlichten Artikel bezeichneten Experten der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften die "Abholzung von Wäldern mit hohem Naturwert" als einen Hauptgrund für diese Entwicklung.

E.M.Filippelli--PV

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