Pallade Veneta - Entspannter Start des Neun-Euro-Tickets im Nahverkehr

Entspannter Start des Neun-Euro-Tickets im Nahverkehr


Entspannter Start des Neun-Euro-Tickets im Nahverkehr
Entspannter Start des Neun-Euro-Tickets im Nahverkehr / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die bundesweite Nutzung des Neun-Euro-Tickets im Nahverkehr ist am Mittwoch weitgehend entspannt angelaufen. "Wir haben heute bundesweit einen sehr ruhigen Betriebsstart gehabt bei der Bahn im Nahverkehr", sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß in Berlin. Laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) wurde das Ticket bereits sieben Millionen mal verkauft. Künftig könnte es aber an manchen Stellen eng werden in Bussen und Bahnen.

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Die Züge seien nicht übermäßig stark belegt gewesen, sagte Bahn-Sprecher Stauß über den ersten Tag des Angebots - es handle sich aber auch um einen "ganz normalen Arbeitstag". Es bleibe abzuwarten, wie sich der Verkehr und die Nachfrage nach Bus und Bahn über die Feiertage entwickeln werden, fuhr Stauß mit Blick auf das anstehende Pfingstfest fort.

Auch in den kommenden Wochen könne es bei schönem Wetter oder an touristischen Zielen voller werden. Eine Empfehlung sei, Fahrräder erst am Zielort zu leihen, sagte Stauß. Gleichwohl werde die Bahn das Angebot der Züge im Nahverkehr um täglich 250 Fahrten aufstocken und zudem mehr Personal einsetzen, etwa für die Reinigung der Busse und Bahnen und die Betreuung der Fahrgäste.

Wissing sagte zum Start des Tickets, das es zwischen Juni und August für jeweils neun Euro monatlich geben soll, das Ticket sei "längst in den Herzen der Bürgerinnen und Bürger angekommen". Er freue sich, dass der ÖPNV "so im Rampenlicht steht", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin".

Laut Wissing wurden bereits sieben Millionen der Tickets verkauft. Auch Stauß sagte, das Ticket treffe "den Nerv der Zeit". Demnach verkaufte allein die Bahn bereits 2,7 Millionen Tickets, die Berliner Verkehrsbetriebe etwa kamen auf 635.000 und der Hamburger Verbund auf 335.000 Tickets.

Das Ticket gehört zum Entlastungspaket der Regierung - ebenso wie der Tankrabatt, der seit Mittwoch greift. An der Maßnahme für den Nahverkehr gab es allerdings auch Kritik, unter anderem aus den Ländern. Diese fürchten, dass die zur Verfügung gestellten Mittel des Bundes die Kosten für die Verkehrsbetriebe und Städte nicht decken, außerdem mahnten sie dauerhaft höhere Investitionen in den Nahverkehr an.

Wissing sagte dazu, langfristig seien beim ÖPNV Strukturveränderungen nötig. Mit der Frage, was dauerhaft besser werden müsse, werde sich eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Ländern im Herbst befassen. Dort sollten dann auch die Erkenntnisse aus dem Neun-Euro-Ticket mit einfließen.

Der frühere Bahnbeauftragte der Bundesregierung und heutige Bahn-Aufsichtsrat Enak Ferlemann übte unterdessen Kritik am aktuellen Bahnmanagement. Angesichts der aktuellen Unpünktlichkeit werde es kaum gelingen, Nutzerinnen und Nutzer des Neun-Euro-Tickets zum dauerhaften Einsteigen zu bewegen. "So fährt das System jedenfalls an die Wand", sagte er der "Zeit".

O.Merendino--PV

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