Pallade Veneta - Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden

Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden


Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden
Gericht: Giftmülldeponie im Elsass darf einbetoniert werden / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP/Archiv

Die seit Jahrzehnten umstrittene Giftmülldeponie Stocamine im Elsass darf nach einem jüngsten Gerichtsurteil zubetoniert werden. Das Heraufholen der etwa 42.000 Tonnen Giftmüll aus dem ehemaligen Kali-Bergwerk sei wegen der einbrechenden Stollen zu gefährlich, urteilte das Verwaltungsgericht in Straßburg am Dienstag. Die definitive Einlagerung der Giftstoffe, die unter anderem von deutschen Umweltschützern kritisiert wird, sei die "beste Möglichkeit, das Grundwasser zu schützen", heißt es in der Begründung des Urteils, das innerhalb von zwei Monaten anfechtbar ist.

Textgröße ändern:

Die europäische Gebietskörperschaft Elsass, mehrere Organisationen und Anwohner hatten gefordert, den Bau von Betonbarrieren zu verhindern, mit denen die französische Regierung die Giftmülldeponie versiegeln lassen will. Diese könnten langfristig nicht verhindern, dass das Grundwasser verunreinigt werde, betonten die Kläger.

Die Deponie in Wittelsheim, etwa 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, liegt mitten in einer der größten Grundwasserreservate Europas, in einer Gegend, die als erdbebengefährdet gilt. Zwischen 1999 und 2002 wurden in Stocamine etwa 44.000 Tonnen Giftmüll eingelagert. Dazu zählen etwa Arsen, Asbest, Zyanid sowie chrom- und quecksilberhaltige Stoffe.

2002 war in gut 500 Meter Tiefe aufgrund einer chemischen Reaktion ein Feuer ausgebrochen, obwohl dort keine entzündlichen Stoffe hätten gelagert werden dürfen. Das Feuer konnte erst nach zwei Monaten gelöscht werden, seitdem wird die Deponie nicht mehr genutzt. Zwischen 2015 und 2017 wurde der größte Teil der quecksilberhaltigen Stoffe aus der Deponie entfernt.

Die französische Regierung beschloss 2017, die Giftstoffe auf unbegrenzte Zeit in der Mine zu lassen und diese mit Beton zu versiegeln. Dies zog einen jahrelangen Rechtsstreit nach sich. An Protesten gegen das geplante Einbetonieren der Mine beteiligen sich auch regelmäßig deutsche Umweltschützer aus dem Grenzgebiet.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Abholzung im Amazonas auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. In der Periode von August 2025 bis Juli 2026 seien 2874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilten die Behörden am Freitag unter Berufung auf Satellitendaten mit. Dies seien 37 Prozent weniger als in den zwölf Monaten davor - und der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016.

42,2 Grad: Allzeit-Hitzerekord in der Slowakei nach nur einem Tag gebrochen

In der Slowakei ist zum zweiten Mal binnen zwei Tagen ein neuer Allzeit-Hitzerekord aufgestellt worden. In der unweit der Grenze zu Ungarn gelegenen südslowakischen Ortschaft Dolne Plachtince stieg das Thermometer am Donnerstag auf 42,2 Grad, wie der nationale Wetterdienst erklärte. Das war die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen in dem Land.

RWE gibt Offshore-Windparkprojekte in den USA auf

Der deutsche Energiekonzern RWE gibt seine Pläne für Offshore-Windkraftprojekte in den USA auf. Das Unternehmen habe einen Vergleich mit dem US-Innenministerium geschlossen, "um Ansprüche gegen die US-Regierung beizulegen und ihre Offshore-Wind-Pachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückzugeben", erklärte der Konzern mit Sitz in Essen am Donnerstag. Für diese Projekte sei "in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit gegeben".

Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs"

Kreuzfahrten sind bei vielen Bundesbürgern beliebt - doch mit Blick auf die Umweltfolgen bleibt die Branche nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu weiter deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar investierten die Unternehmen zunehmend in Landstromanschlüsse, die die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgen, anstatt die Motoren laufen lassen zu müssen. Dennoch bleibe die Kreuzfahrtbranche "auf fossilem Kurs", kritisierte der Nabu am Donnerstag.

Textgröße ändern: