Pallade Veneta - Trockenheit und Hitze durch Klimakrise: WWF warnt vor eskalierenden Waldbränden

Trockenheit und Hitze durch Klimakrise: WWF warnt vor eskalierenden Waldbränden


Trockenheit und Hitze durch Klimakrise: WWF warnt vor eskalierenden Waldbränden
Trockenheit und Hitze durch Klimakrise: WWF warnt vor eskalierenden Waldbränden / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Die Umweltorganisation WWF hat vor eskalierenden Waldbränden durch die Klimakrise gewarnt. Sie verstärke Trockenheit und Hitze, was das Risiko für Waldbrände deutlich erhöhe, teilte die Organisation in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie "Feuerkompass - Waldbrände in Deutschland" mit. Vor allem die Trockenjahre 2018, 2019 und 2022 hätten die Waldbrandgefahr auf Rekordwerte steigen lassen.

Textgröße ändern:

Zudem werde die Brandgefahr durch eine intensive Waldbewirtschaftung und fehlende Baumartenvielfalt gefördert. Allein 2023 seien 1240 Hektar Wald in Deutschland verbrannt. Dies entspreche 157 Prozent des langjährigen Durchschnitts. "Die letzten Wochen mit starken Regenfällen waren leider nicht mehr als ein Pflaster auf einer offenen Wunde", erklärte Albert Wotke vom WWF. Was früher Ausreißerjahre gewesen seien, entwickle sich heute zur Regel.

Besonders betroffen ist demnach Brandenburg. 2023 entfiel etwa die Hälfte der Waldbrandflächen in Deutschland auf dieses Bundesland. Dort gibt es sandige Böden und einen sehr hohen Kieferanteil, weshalb sich Waldbrände dort besonders schnell entzünden.

Nur rund vier Prozent der Waldbrände haben der Studie zufolge einen natürlichen Ursprung wie einen Blitzeinschlag. Die Mehrheit gehe auf Brandstiftung oder Fahrlässigkeit zurück. Besonders gefährlich seien ehemalige Truppenübungsplätze, wo alte Kampmittel die Brandbekämpfung erschwerten.

Der WWF forderte einen Kurswechsel in der Waldpolitik. Reine Nadelholzwälder müssten in robuste Mischwälder umgebaut werden. Diese gerieten seltener in Brand. Feuer in Mischwäldern seien zudem weniger heftig. Die Organisation forderte darüber hinaus einen ambitionierten Klimaschutz, der Hitzeperioden und Dürrephasen reduziert. Gleichzeitig könne jeder durch das Vermeiden offener Feuer Brände verhindern.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: