Pallade Veneta - Klimaexperten erwarten noch größere Belastung durch Hitze und Trockenheit

Klimaexperten erwarten noch größere Belastung durch Hitze und Trockenheit


Klimaexperten erwarten noch größere Belastung durch Hitze und Trockenheit
Klimaexperten erwarten noch größere Belastung durch Hitze und Trockenheit / Foto: David GANNON - AFP/Archiv

Wetterextreme wie Hitzewellen und Trockenphasen werden nach Einschätzung der beim Hamburger Extremwetterkongress versammelten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem in den Städten für eine immer größere Belastung der Menschen sorgen. "Wir beobachten eine beispiellose Häufung von Wärmerekordjahren mit Blick auf das zurückliegende Jahrzehnt", erklärte das Vorstandsmitglied beim Deutschen Wetterdienst, Tobias Fuchs, anlässlich der Eröffnung der Konferenz am Mittwoch in Hamburg.

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Seit 1960 war nach Angaben der Organisatoren des Kongresses hierzulande jede Dekade wärmer als die vorherige. Im Gesamtzeitraum von 1881 bis 2024 wurde es jedes Jahrzehnt um 0,13 Grad Celsius wärmer, für den Zeitraum von 1971 bis 2024 lag die Erwärmungsrate sogar bei 0,41 Grad pro Dekade. Aktuell geht die Konzentration von Treibhausgasen demnach nicht nur nicht zurück, sie steigt sogar schneller an denn je.

Die steigenden Temperaturen haben auch Auswirkungen auf die Alpengletscher. "Das Alpenklima war im Winterhalbjahr 2024/2025 in den Zentral- und Ostalpen ausgesprochen niederschlags- und schneearm", erklärte die Leiterin des Regionalen Klimabüros des Deutschen Wetterdiensts in München, Gudrun Mühlbacher.

Die Zahl der Schneedeckentage sei meist um zehn bis 40 Prozent geringer als in einem durchschnittlichen Winter gewesen, die Temperatur oberhalb von tausend Metern um bis zu zwei Grad wärmer als im Klimamittel. "Für die Gletscher im Alpenraum sind das schlechte Bedingungen, die die Schmelze beschleunigen", erklärte Mühlbacher.

Auch die Ost- und die Nordsee verändern sich durch den Klimawandel in nie dagewesenem Tempo. "Die Nordsee war im Frühjahr und Sommer 2025 so warm wie nie seit Beginn der Messungen", erklärte der Präsident des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie, Helge Heegewaldt. In der Ostsee bei Kiel habe eine marine Hitzewelle über 55 Tage gedauert - mit Temperaturen von mehr als vier Grad über dem langjährigen Mittel.

"Das ist ein klares Zeichen des Klimawandels", erklärte Heegewaldt. "Unsere Meere erwärmen sich immer weiter – mit weitreichenden Folgen." Der Meeresspiegel in Cuxhaven sei seit 1900 bereits um mehr als 25 Zentimeter gestiegen. Auch Sturmfluten würden voraussichtlich heftiger ausfallen. "Bis 2100 wird mit einem zusätzlichen Anstieg von 0,6 bis 1,1 Metern gerechnet, bis 2150 sogar von 0,8 bis 1,9 Metern - vorausgesetzt, die Treibhausgasemissionen werden nicht drastisch reduziert."

Der Extremwetterkongress findet zum 15. Mal statt. Bis Donnerstag treffen sich führende Experten, um über die Folgen des Klimawandels für die Gesellschaft zu diskutieren. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern.

L.Guglielmino--PV

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