Pallade Veneta - Mehrheit der Banken fällt im EZB-Klimastresstest durch

Mehrheit der Banken fällt im EZB-Klimastresstest durch


Mehrheit der Banken fällt im EZB-Klimastresstest durch
Mehrheit der Banken fällt im EZB-Klimastresstest durch / Foto: Daniel ROLAND - AFP/Archiv

Die Banken in der Eurozone sind nach einer Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht ausreichend auf Klimarisiken vorbereitet. In einem am Freitag von der EZB in Frankfurt am Main veröffentlichten Klimarisiko-Stresstest fielen 60 Prozent der überprüften 104 Banken durch. Sie verfügen demnach nicht über die nötigen Rahmenbedingungen zur Berücksichtigung der Klimarisiken. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannte die Ergebnisse erschreckend.

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Die EZB bezeichnete den Test als Übung, aus dem die Banken aber lernen müssten. Nach den Ergebnissen berücksichtigen die meisten Banken nicht das Klimarisiko in ihren Kreditrisikomodellen. Nur 20 Prozent der geprüften Banken nehmen demnach das Klimarisiko überhaupt als Variable der Kreditvergabe, erklärte die EZB.

Dass in der Nicht-Berücksichtigung der Klimarisiken auch erhebliche finanzielle Gefahren stecken, zeigt ein Modul des Tests, an dem 41 der Banken teilnahmen. Dabei ging es um drohende Verluste bei extremen Wettereignissen. In einem ungeordneten Umgang damit beziffert der EZB-Test das Risiko der 41 geprüften Banken auf rund 70 Milliarden Euro. Tatsächlich dürfte dieser Betrag laut EZB nur ein Bruchteil des tatsächlichen klimabedingten Risikos sein, da nur wenige Daten vorgelegen hätten.

EZB-Ratsmitglied Andrea Enria forderte die Banken im Euroraum auf, ihre Bemühungen zur Messung und Steuerung des Klimarisikos "dringend" zu verstärken.

Frank Elderson, stellvertretender Vorsitzender des EZB-Aufsichtsrats, erklärte, "diese Übung ist ein entscheidender Meilenstein auf unserem Weg, unser Finanzsystem widerstandsfähiger gegen Klimarisiken zu machen". Es werde nun von den Banken erwartet, entschlossen zu handeln und kurz- bis mittelfristig robuste Rahmenbedingungen für Klimastresstests zu entwickeln.

Nach Auffassung der EZB würden angepasste Rahmenbedingungen und ein geordneterer Übergang die finanziellen Risiken der Banken deutlich senken. Insgesamt stammen der Zentralbank zufolge fast zwei Drittel der Einnahmen der Banken im Unternehmensgeschäft aus Industriebetrieben, die treibhausgasintensiv sind. Die EZB hatte selbst zu Beginn der Woche angekündigt, ihre Anleihebestände dekarbonisieren und ihre Geldpolitik klimafreundlicher gestalten zu wollen.

Greenpeace-Wirtschaftsexperte Mauricio Vargas erklärte, "die Ergebnisse des Stresstests sind erschreckend". Mit der fehlenden Vorbereitung auf unübersehbare Klimarisiken gefährdeten die Banken die Finanzstabilität und unterliefen aktiv die Klimaziele.

Vargas forderte von der EZB öffentlich zu machen, wie einzelne Banken abgeschnitten haben. "Damit der grundsätzlich sinnvolle Stresstest zu einem wirksamen Instrument der Bankenaufsicht wird, muss er transparenter und vor allem in den Szenarien realistischer werden", erklärte der Greenpeace-Experte. "Banken mit schwachen Ergebnissen müssen zu besserer Risikovorsorge verpflichtet werden. Der Klima-Stresstest darf kein zahnloser Tiger bleiben."

C.Grillo--PV

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