Pallade Veneta - Vogelgrippe breitet sich "sehr schnell" aus - Minister ruft zu Schutzmaßnahmen auf

Vogelgrippe breitet sich "sehr schnell" aus - Minister ruft zu Schutzmaßnahmen auf


Vogelgrippe breitet sich "sehr schnell" aus - Minister ruft zu Schutzmaßnahmen auf
Vogelgrippe breitet sich "sehr schnell" aus - Minister ruft zu Schutzmaßnahmen auf / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Die Vogelgrippe in Deutschland breitet sich rasch weiter aus: In den vergangenen 14 Tagen gab es einen "sehr schnellen Anstieg der Infektionen", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) am Freitag in Berlin. Oberste Priorität habe nun, "eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, Tiere zu schützen und Schäden für unsere Land- und Lebensmittelwirtschaft abzuwenden".

Textgröße ändern:

Bei der Vogelgrippe, auch als Geflügelpest bekannt, handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln übertragen werden kann und damit auch Geflügelhaltungen bedroht. Das für Tiergesundheit zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stuft das Risiko aktuell als "hoch" ein.

Bei Wildvögeln registrieren die Behörden derzeit den bislang größten Ausbruch von Vogelgrippe. Das in seiner Größenordnung bislang einmalige Seuchengeschehen betrifft vor allem Kraniche, deren Herbstzug sich derzeit auf dem Höhepunkt befindet, wie vor einigen Tagen das Landesumweltamt in Potsdam mitgeteilt hatte. Daher sei mit einer signifikanten Zunahme der Todesfälle sowie einer raschen Verbreitung in Mitteleuropa und auf dem Zugweg nach Spanien zu rechnen.

Gefährdet sind auch andere Wildvögel und Geflügelhaltungen entlang der Flugwege. Am Donnerstag mussten in einem Geflügelbetrieb im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg wegen eines Ausbruchs der Vogelgrippe 15.000 Tiere getötet werden, wie die Landesregierung mitteilte. Auch in Brandenburg wurden bereits tausende Tiere getötet; in Geflügelhaltungen in weiteren Bundesländern wurden Fälle registriert, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Thüringen.

Die Berliner Senatsverwaltung teilte am Freitag mit, dass das Virus auch bei zwei Kranichen in der Bundeshauptstadt nachgewiesen worden sei. Angesichts der schnellen Verbreitung durch den derzeitigen Vogelzug seien "weitere Ausbrüche zu erwarten". Zoo und Tierpark in Berlin kündigten an, dass empfängliche Vogelarten in geschützte Winterquartiere gebracht würden, darunter Pelikane, Gänse, Enten, Hühner sowie Geier und weitere Greifvögel. Damit solle das Risiko einer Einschleppung des Virus durch Wildvögel minimiert werden.

In Schleswig-Holstein erklärte das Landwirtschaftsministerium, dass ab Samstag eine "landesweite Allgemeinverfügung zu Biosicherheitsmaßnahmen bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln" in Kraft tritt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dazu zählen unter anderem eine Desinfektionspflicht vor dem Betreten von Ställen und das Tragen von Schutzkleidung.

Landwirtschaftsminister Rainer sagte am Freitag, der sehr schnelle Anstieg der Infektionen zeige, "wie ernst die Lage ist" und wie wichtig gemeinsames und koordiniertes Handeln sei. Deshalb habe er am Donnerstagabend auch die Agrarministerinnen und Agrarminister der Bundesländer, in deren Aufgabenbereich grundsätzlich die Tierseuchenbekämpfung fällt, zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen.

"Entscheidend" sei nun die Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben, sagte Rainer. Die nächsten Schritte - etwa ob Einstallungen notwendig sind, um den Kontakt von Nutztieren zu Wildvögeln zu vermeiden - stimmen nach Angaben des Ministers nun die Länder ab.

Eine Übertragung des Virus auf den Menschen ist zwar prinzipiell möglich, allerdings ist das Risiko für die Bevölkerung nach Angaben des FLI derzeit gering. Gleichwohl raten die Behörden, Kontakt zu kranken oder verendeten Tiere vorsorglich zu vermeiden. Geflügelbetrieben wird "dringend" empfohlen, "strikte Biosicherheitsmaßnahmen umzusetzen, um Kontakte des Geflügels zu Wildvögeln zu minimieren".

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Hitzewelle in Frankreich: Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich hat der Kraftwerkbetreiber EDF das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte EDF am Dienstag mit. Das Wasser im Fluss Garonne droht, den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Atomkraftwerk nutzt das Wasser des Flusses, um die Reaktoren zu kühlen und leitet es erwärmt in den Fluss zurück.

Verbände: Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa (ACE) fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), auf den Neubau zusätzlicher Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten und einen "klaren Fokus auf den Erhalt" zu setzen. Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände am Dienstag. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Hitzewelle in Europa: Schulen geschlossen und Züge gestrichen

Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff - an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. In Frankreich galt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen, auch für England galten Hitzewarnungen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.

Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein

Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.

Textgröße ändern: