Pallade Veneta - Bundesrechnungshof sieht massive Risiken bei Wasserstoffstrategie des Bundes

Bundesrechnungshof sieht massive Risiken bei Wasserstoffstrategie des Bundes


Bundesrechnungshof sieht massive Risiken bei Wasserstoffstrategie des Bundes
Bundesrechnungshof sieht massive Risiken bei Wasserstoffstrategie des Bundes / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Der Bundesrechnungshof sieht in der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung massive finanzielle Risiken und fordert eine grundlegende Überarbeitung. Bisher laufe der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft nicht nach Plan, erklärten die Rechnungsprüfer am Dienstag. "Das gesetzliche Ziel einer möglichst sicheren, preisgünstigen, umweltverträglichen und klimaneutralen Versorgung mit Wasserstoff liegt in weiter Ferne." Es bestehe daher die Gefahr, dass das Vorhaben trotz staatlicher Dauerförderung scheitert.

Textgröße ändern:

Nach derzeitigem Stand werde die Bundesregierung ihre Zielsetzung für die Erzeugung von Wasserstoff in Deutschland bis 2030 nicht erreichen, führte der Rechnungshof aus. "Auch wird der erwartete Bedarf nicht durch Importe gedeckt werden können."

Zugleich entwickle sich auch die Nachfrage langsamer als erwartet. "Die von der Bundesregierung initiierten Förderungen der industriellen Nutzung von Wasserstoff haben nicht zu der erhofften Nachfrage geführt, insbesondere aus der Stahlbranche", erklärten die Prüfer.

Nicht zuträglich sei, dass Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU) beim Bau neuer Gaskraftwerke nun nicht mehr vorschreiben will, dass diese auf Wasserstoff umgerechnet werden können. Dadurch fehle "ein wesentlicher Nachfrageimpuls".

Zugleich werde weiterhin an einem "zu ambitionierten" Ausbauplan für das Wasserstoff-Kernnetz festgehalten. Dieser müsse an die tatsächliche Entwicklung von Angebot und Nachfrage angepasst werden.

Auch die Klimaschutzwirkung des Wasserstoffhochlaufs steht laut Rechnungshof infrage. "Insbesondere beim Import von grünem Wasserstoff können erhebliche Vorkettenemissionen entstehen", erklärte er. "Zudem hat die Bundesregierung bei internationalen Ausschreibungen Zugeständnisse bei Nachhaltigkeitsanforderungen gemacht, um überhaupt ausreichend Gebote zu erhalten."

"Die Bundesregierung muss jetzt handeln und ihre Wasserstoffstrategie grundlegend überarbeiten", forderte der Präsident des Rechnungshofs, Kay Scheller. "Nur so kann sie das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 erreichen, die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland sichern und den ohnehin überdehnten Bundeshaushalt vor weiteren Belastungen schützen."

Der Rechnungshof fordert einen "Realitätscheck" für die Wasserstoffstrategie, die noch größtenteils vom Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck (Grüne) entwickelt und von der schwarz-roten Bundesregierung im Wesentlichen fortgeführt wurde. Im Rahmen der Neubewertung müsse sie zudem "gegebenenfalls rechtzeitig einen Plan B entwickeln, um die Klimaneutralität bis 2045 auch ohne eine dauerhaft subventionierte Wasserstoffwirtschaft zu erreichen".

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Rekord-Hitzewelle im Westen der USA zieht in Richtung Osten weiter

Hochsommertemperaturen mitten im März: Die historisch frühe Hitzewelle im Westen der USA ist weiter in Richtung Osten gezogen. Dutzende Bundesstaaten von Kalifornien bis zum zentraler gelegenen Colorado verzeichneten am Samstag laut dem Nationalen Wetterdienst NWS nie dagewesene Rekordwerte für den Monat März. Bis zu 35 Grad Celsius wurden laut Wetterexperten zudem in Missouri, Nebraska und Kansas verzeichnet - Bundesstaaten im Mittleren Westen, in denen wenige Tage zuvor teils noch Minusgrade herrschten. Für einige Regionen gab der Wetterdienst eine Hitzewarnung aus.

Rekord-Hitzewelle zieht vom Westen der USA weiter in Richtung Osten

Extremtemperaturen binnen weniger Tage: Die historisch frühe Hitzewelle im Westen der USA ist weiter in Richtung Osten gezogen. Dutzende Bundesstaaten von Kalifornien bis zum zentraler gelegenen Colorado verzeichneten am Samstag laut Nationalem Wetterdienstes NWS Rekordwerte für den Monat März. Bis zu 35 Grad Celsius wurden laut Wetterexperten zudem in Missouri, Nebraska und Kansas verzeichnet - Bundesstaaten im Mittleren Westen, in denen wenige Tage zuvor teils noch Minusgrade herrschten.

Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar

Deutschlands Gletscher schmelzen im Rekordtempo. Seit dem Jahr 2023 büßten die Eisflächen in den bayerischen Alpen mehr als ein Viertel ihrer Fläche ein, wie die Hochschule München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag unter Verweis auf neue Messungen vom Herbst mitteilten. Insgesamt verloren die Gletscher in nur zwei Jahren rund eine Million Kubikmeter Eis.

Trump erwartet von Japan mehr Einsatz im Iran-Krieg

US-Präsident Donald Trump erwartet von Japan mehr Engagement im Iran-Krieg. Trump sagte am Donnerstag bei einem Treffen mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi im Weißen Haus, er habe Zusicherungen erhalten, dass Japan "wirklich Verantwortung übernehme". Er fügte hinzu: "Im Gegensatz zur Nato".

Textgröße ändern: