Pallade Veneta - Nicht klagen, sondern machen: UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém eröffnet

Nicht klagen, sondern machen: UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém eröffnet


Nicht klagen, sondern machen: UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém eröffnet
Nicht klagen, sondern machen: UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém eröffnet / Foto: MAURO PIMENTEL - AFP

Die UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém hat mit Appellen begonnen, ungeachtet des Ausscherens der USA die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Erderwärmung zu stärken. "Zu klagen ist keine Strategie. Wir brauchen Lösungen", sagte UN-Klimachef Simon Stiell am Montag zur Eröffnung der zweiwöchigen Verhandlungen im Amazonas-Gebiet. Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva rief die Delegationen aus mehr als 190 Ländern auf, den Leugnern des Klimawandels eine "neue Niederlage" zu bereiten.

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Die Länder müssten "viel, viel schneller" den klimaschädlichen Treibhausgasausstoß senken und die Anpassung an die Folgen der Erderwärmung vorantreiben, mahnte Stiell. Auch wenn die Erderwärmung die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Grenze überschreiten sollte, könne die internationale Gemeinschaft diese Überschreitung noch möglichst gering und kurz halten.

Der UN-Klimasekretär warb für Multilateralismus: "In dieser COP30-Arena ist es nicht Ihre Aufgabe, einander zu bekämpfen - Ihre Aufgabe ist es, diese Klimakrise gemeinsam zu bekämpfen", sagte Stiell. Dies liegt aus seiner Sicht auch im Eigeninteresse der Staaten, da die fortschreitende Energiewende und andere Maßnahmen nicht nur dem Klimaschutz dienten, sondern auch Menschenleben retteten und der Wirtschaft nutzten.

Lula rief in seiner Eröffnungsrede der sogenannten COP30 dazu auf, die Bremser im Klimaschutz zu isolieren. "Es ist Zeit, den Leugnern eine neue Niederlage beizubringen", sagte er. Auch wenn einige die wissenschaftlichen Belege für den menschengemachten Klimawandel anzweifelten, Druck auf die Wissenschaft ausübten und "Angst" verbreiteten, gelte: "Der Klimawandel ist nicht mehr eine Bedrohung der Zukunft. Er ist eine Tragödie der Gegenwart."

Die USA wollen sich unter US-Präsident Donald Trump nicht mehr an das Pariser Klimaabkommen halten und haben keine hochrangige Delegation nach Belém geschickt. Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, übte daran offen Kritik. "Wir wollen zeigen, es geht auch ohne die USA", sagte er in Belém. Washington habe "sich entschieden, unsolidarisch mit der Welt zu sein, sich abzuwenden". Umso mehr müssten die übrigen Staaten nun "zusammenstehen".

Immerhin begann die Konferenz anders als in den vergangenen Jahren ohne einen offenen Streit über die Verhandlungsagenda. Bill Hare, Leiter der Denkabrik Climate Analytics, betonte allerdings mit Blick auf die USA sowie zahlreiche internationale Konflikte und das Erstarken rechtsnationaler Bewegungen: "Der geopolitische Kontext ist der schwierigste aller COPs." Flasbarth sicherte für Deutschland zu, in Belém "eine maximal vorantreibende Position einzunehmen".

Zentrale Themen der Weltklimakonferenz mit ihren rund 50.000 Teilnehmern sind die Finanzhilfen für ärmere Länder für Klimaschutz sowie die Anpassung an die Erderwärmung. Überschattet werden die zweiwöchigen Verhandlungen von den bislang völlig unzureichenden nationalen Klimaschutzzusagen zur Begrenzung der Erderwärmung.

Der Chef des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, sagte am Montag in einer Video-Botschaft, es sei "fast unvermeidlich", dass die Erderwärmung die 1,5-Grad-Grenze in naher Zukunft dauerhaft überschreite. Es sei aber "immer noch möglich", auf den 1,5-Grad-Pfad zurückzukehren. Dies erfordere eine sofortige, umfassende und nachhaltige Verringerung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen.

Gastgeber Brasilien macht den Waldschutz zu einer seiner Prioritäten und hat dazu beim Klimagipfel im Vorfeld der COP30 am Donnerstag den globalen Tropenwaldschutz-Fonds TFFF gestartet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Freitag in seiner Gipfel-Rede einen "namhaften" deutschen Beitrag zum TFFF zu und betonte zugleich, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum "Hand in Hand" gehen müssten.

Noch während des vorgeschalteten Treffens der Staats- und Regierungschefs war an der Fertigstellung des Konferenzgeländes in Belém gearbeitet worden. In der Nacht zu Montag waren Arbeiter weiter mit der Feststellung der Länderpavillons beschäftigt. Am Morgen mussten mehrere Delegationen feststellen, dass ihre Büros noch nicht fertig sind.

Die Wahl von Belém als Ort der COP30 war umstritten, da die Stadt nicht über die nötigen Hotelkapazitäten zur Unterbringung der zehntausenden Konferenzteilnehmer verfügt. Zur Verringerung des massiven Bettenmangels ankern derzeit zwei Kreuzfahrtschiffe mit Platz für 6000 Konferenzgäste in Beléms Flusshafen Outeiro.

O.Mucciarone--PV

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