Pallade Veneta - Belgischer Bauer gegen Ölkonzern: Total in Klimaprozess vor Gericht

Belgischer Bauer gegen Ölkonzern: Total in Klimaprozess vor Gericht


Belgischer Bauer gegen Ölkonzern: Total in Klimaprozess vor Gericht
Belgischer Bauer gegen Ölkonzern: Total in Klimaprozess vor Gericht / Foto: JOHN THYS - AFP

In Belgien hat der Prozess eines Landwirts gegen den französischen Öl- und Gaskonzern Total Energies begonnen. Der Rinderbauer Hugues Falys sowie drei Organisationen wollen vor Gericht erreichen, dass Total Verantwortung für Verluste der Landwirtschaft infolge des Klimawandels übernehmen muss. Der Konzern wies die Klage schon vor dem ersten Prozesstag als "nicht legitim" zurück.

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Die Kläger argumentieren, dass Total als fossiler Energiekonzern eine besondere Verantwortung für den Klimawandel trägt, weil die Förderung und Verbrennung von Öl und Gas viele Treibhausgase ausstößt. Falys verweist auf vier Wetterextreme zwischen 2016 und 2020: ein heftiges Unwetter, das seine Erdbeer- und Kartoffelpflanzen zerstörte, sowie drei Dürreperioden. Solche Wetterextreme werden durch den Klimawandel schwerer und häufiger.

"Diese Dürren haben die Futterproduktion erheblich reduziert. Es war notwendig, den Viehbestand zu verringern, was Einkommenseinbußen zur Folge hatte", sagte Falys der Nachrichtenagentur AFP. Der Landwirt aus der südbelgischen Provinz Hennegau, der seinen Betrieb inzwischen an seinen Sohn weitergegeben hat, gab sich siegessicher: "Wir haben zahlreiche Argumente, um die Justiz dazu zu bringen, Total Energies in die Knie zu zwingen."

Falys bekommt Unterstützung von Greenpeace, der Ligue des Droits Humains (LDH) und der Organisation Fian, die sich für die weltweite Lebensmittelversorgung einsetzt. Die Organisationen wollen erreichen, dass sich Total aus dem Geschäft mit Öl und Gas zurückzieht und auf erneuerbare Energien setzt. Der französische Konzern sei in Belgien Marktführer für Raffinerie und Vertrieb von Erdölprodukten, begründet LDH-Aktivistin Céline Romainville den Fokus auf Total.

Der Konzern weist die Klage zurück. Ein einzelnes Unternehmen könne nicht für die Funktionsweise der weltweiten Energiewirtschaft der vergangenen 100 Jahre verantwortlich gemacht werden, teilte Total mit. "Es macht keinen Sinn, in diesem Zusammenhang eine individuelle Verantwortung zuzuweisen."

Die Plädoyers der Verteidigung sind für die kommende Woche geplant. Dann werde Total "nachweisen, dass weder ein Verschulden noch ein direkter Kausalzusammenhang zwischen seinen Aktivitäten – die gemäß den geltenden Vorschriften ausgeübt werden – und den behaupteten Schäden festgestellt werden kann", erklärte der Konzern.

Das Gericht der Stadt Tournai an der französischen Grenze hat für die kommenden Wochen vier Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil wird erst im kommenden Jahr erwartet.

R.Zarlengo--PV

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