Pallade Veneta - Studie: Reststoffe aus Ackerbau und Holzwirtschaft können großen Kimabeitrag leisten

Studie: Reststoffe aus Ackerbau und Holzwirtschaft können großen Kimabeitrag leisten


Studie: Reststoffe aus Ackerbau und Holzwirtschaft können großen Kimabeitrag leisten
Studie: Reststoffe aus Ackerbau und Holzwirtschaft können großen Kimabeitrag leisten / Foto: Ivo PANASYUK - AFP/Archiv

Einen großen Beitrag zum Klimaschutz können nach Angaben der Organisation Atmosfair Reststoffe aus dem Ackerbau oder der Holzwirtschaft leisten. Selbst bei "höchsten Standards für Umwelt- und Sozialverträglichkeit" lasse sich mit Kraftstoffen aus dieser sogenannten Restbiomasse ein Fünftel des gesamten Treibstoffbedarfs der globalen Luftfahrt decken, erklärte Atmosfair am Mittwoch. Helfen könnte dies demnach gleichzeitig auch bei der Verringerung der weltweiten Ungleichheit.

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Denn gerade in den Entwicklungsländern des globalen Südens gebe es große Mengen an Abfällen aus der Land- und Forstwirtschaft, die bisher ungenutzt bleiben, erklärte die Klimaschutzorganisation anlässlich der Vorstellung einer mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) erstellten Studie in Berlin. Nutzbar seien diese Abfälle beispielsweise für grünen Strom oder für synthetischen Treibstoff.

"Biomasse für Energie ist oft problematisch", räumte Atmosfair-Chef und Studienmitautor Dietrich Brockhagen ein und verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Diskussion darüber, ob Getreide im Tank oder auf dem Teller landet, sowie eine drohende Verarmung von Böden und Kleinbauern. "Wir wollten wissen, wieviel für den Klimaschutz übrigbleibt, wenn wir all dies ausschließen", fügte er hinzu.

Trotz dieser einschränkenden Kriterien kam die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass von rund 3,4 Milliarden Tonnen Restbiomasse, die in den Ländern des globalen Südens jährlich anfallen, rund 400 Millionen Tonnen genutzt werden können - und das "sozial- und umweltverträglich", wie Atmosfair hervorhob. Mit dieser Menge wiederum ließen sich per Gasifizierung 40 Millionen Tonnen Kerosin herstellen, was zugleich einem anderen Ansatz folge als sogenanntes Biokerosin, für das überwiegend ölhaltige Pflanzen extra angebaut würden.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten für die Reststoffe sind demnach Biomassekraftwerke, die damit rechnerisch 645 Terawattstunden Strom erzeugen könnten, oder die Herstellung von Pflanzenkohle, die große Mengen Treibhausgase langfristig im Boden binden kann. Alle drei Fälle würden laut Atmosfair durch neue Arbeitsplätze und Zugang zu sauberer Energie auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung fördern.

"Viele Ernte- und Holzreste im Globalen Süden verrotten einfach oder werden sogar verbrannt, was die Luft belastet", erläuterte Studienmitautor Wolfdietrich Peiker von Atmosfair. Die Untersuchung zeige, "dass es gerade lokal und regional in Entwicklungsländern große Mengen an Restbiomassen gibt, die für Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt werden können", fügte Brockhagen hinzu. Investitionen in diesen Bereich seien "ein Beitrag zu Technologietransfer und Klimagerechtigkeit".

C.Conti--PV

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