Pallade Veneta - Lange Verhandlungen über Nordsee-Fischereiquoten in Brüssel erwartet

Lange Verhandlungen über Nordsee-Fischereiquoten in Brüssel erwartet


Lange Verhandlungen über Nordsee-Fischereiquoten in Brüssel erwartet
Lange Verhandlungen über Nordsee-Fischereiquoten in Brüssel erwartet / Foto: MARCEL MOCHET - AFP/Archiv

In der Debatte um eine Einschränkung der Fischerei in der Nordsee im kommenden Jahr stellen sich die EU-Agrarminister auf lange Verhandlungen ein. Er erwarte am Freitag, womöglich aber erst am Samstag ein Ergebnis, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) zum Auftakt der Verhandlungen am Donnerstag in Brüssel. Es steht bereits fest, dass die erlaubten Fangmengen für die meisten Sorten sinken sollen.

Textgröße ändern:

Wissenschaftler warnen seit Jahren, dass Arten wie Hering und Kabeljau durch Überfischung und die Folgen des Klimawandels bedroht werden. Die EU, Großbritannien und Norwegen legen deshalb jährlich Obergrenzen für die Fischerei in der Nordsee fest. Die drei Seiten haben sich bereits darauf geeinigt, die meisten dieser Quoten für das kommende Jahr zu senken.

Der wichtigste Nordsee-Fisch ist der Hering. Die erlaubte Fangmenge soll im kommenden Jahr um ein Fünftel sinken. Auch die Fangmenge für Scholle, Seelachs und Schellfisch wird laut der Vereinbarung weiter eingeschränkt. Der Kabeljau gilt als besonders bedroht, auch hier sinkt die Fangmenge. Eine Ausnahme bildet der Wittling, der im kommenden Jahr wieder etwas mehr gefischt werden darf.

Die EU-Staaten verhandeln in Brüssel, wie sie die EU-Quote untereinander aufteilen. Außerdem kommen Obergrenzen für weitere Sorten wie die Makrele hinzu. In den Verhandlungen geht es zudem um die Fangquoten in anderen Teilen des Atlantiks, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer.

"Die aktuelle Situation für unsere Nordseefischer ist schwierig", sagte Landwirtschaftsminister Rainer in Brüssel. Es gelte, "die wirtschaftliche Stabilität und die Planungssicherheit für die Zukunft" der Betriebe zu sichern und zugleich für eine nachhaltige Fischerei zu sorgen.

Mehrere EU-Länder werfen Norwegen allerdings seit längerem vor, den Schutz der Fischbestände zu torpedieren und in der Nordsee zu viel zu fischen. Es gebe "fast schon aggressive Drittstaaten, die den wissenschaftlichen Empfehlungen nicht folgen wollen", sagte die französische Fischereiministerin Catherine Chabaud. Frankreich sei bereit, Sanktionen gegen Norwegen zu beantragen, drohte sie.

Zusätzlich zum Abkommen mit Norwegen und Großbritannien verhandelt die EU jedes Jahr auch ein bilaterales Abkommen mit beiden Nachbarn. Die Verhandlungen mit Norwegen sind wegen des Streits noch nicht abgeschlossen. Die Vereinbarung mit Großbritannien für 2026 steht, der Rat der 27 EU-Länder stimmte ihr am Mittwochabend zu. Es regelt unter anderem, wann und wo EU-Fischer in britischen Gewässern fischen dürfen, und umgekehrt.

L.Barone--PV

Empfohlen

Niedersachsen verbietet künftig Anbindehaltung von Rindern

Die bereits seit Langem in der Kritik stehende Anbindehaltung von Rindern soll in Niedersachsen künftig verboten werden. "Das Leid der Rinder, die in Anbindehaltung gehalten werden, muss endlich beendet werden", erklärte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) am Donnerstag. Tierschützer begrüßten, dass Niedersachsen als erstes Bundesland vollständig aus der Anbindehaltung von Rindern aussteige.

EU hofft auf baldigen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien

Nach Handelsverträgen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten und Indien hofft die EU auf den baldigen Abschluss eines weiteren Abkommens mit Australien. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und Agrarkommissar Christophe Hansen empfangen nach Kommissionsangaben am kommenden Donnerstag ein australisches Verhandlungsteam in Brüssel. Der Abschluss könnte in den Wochen danach folgen.

Australischer Junge schwimmt vier Stunden im Meer und rettet abgetriebene Familie

In Australien ist ein Teenager vier Stunden lang vom offenen Meer an die Küste geschwommen, um seine Familie zu retten. Der 13-jährige Austin Appelbee legte vier Kilometer im Meer zurück, nachdem er mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern vor der Südwestküste Australiens abgetrieben worden war. Am Strand alarmierte er dann die Rettungskräfte. Nach der erfolgreichen Rettungsaktion lobten diese am Dienstag die "übermenschlichen" Überlebensinstinkte des Jungen.

Für weniger Importe aus China: USA legen Rohstoffreserve an

Die USA wollen eine Rohstoffreserve für die Industrie aufbauen und damit unabhängiger von China werden. Dafür sei eine Anschubfinanzierung von fast zwölf Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro) geplant, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Präsident Donald Trump wollte den Plan demnach in Kürze verkünden.

Textgröße ändern: