Pallade Veneta - "Dinosaurier des Jahres": Nabu vergibt Umwelt-Negativpreis an Unions-Argrarminister

"Dinosaurier des Jahres": Nabu vergibt Umwelt-Negativpreis an Unions-Argrarminister


"Dinosaurier des Jahres": Nabu vergibt Umwelt-Negativpreis an Unions-Argrarminister
"Dinosaurier des Jahres": Nabu vergibt Umwelt-Negativpreis an Unions-Argrarminister / Foto: Lukas Barth-Tuttas - AFP

Die Umweltschutzorganisation Nabu hat die Landesagrarminister von CDU und CSU mit ihrem Negativpreis "Dinosaurier des Jahres" ausgezeichnet. Die Umweltschützer kritisieren damit vor allem den Widerstand der Unions-Argrarminister gegen die EU-Wiederherstellungsverordnung, wie der Nabu am Montag mitteilte. Der Preis gehe deshalb stellvertretend an Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) als derzeitigen Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz.

Textgröße ändern:

Die Landesagrarminister von CDU und CSU hatten im Juni einen gemeinsamen Brief an die EU-Kommission nach Brüssel geschickt, in dem sie die Aufhebung der Wiederherstellungsverordnung forderten. Das Gesetz verpflichtet die EU-Staaten dazu, bedrohte Ökosysteme zu schützen und zu renaturieren. Etwa sollen Moore und Flussauen wiederbewässert und Bienen und andere Insekten besser geschützt werden. Landwirte befürchten deshalb Auflagen und den Verlust von wirtschaftlich genutzten Flächen.

"Die Wiederherstellung zerstörter Natur ist eine Investition in unsere Zukunft", erklärte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. "Nur dort wo Natur funktioniert, sorgt sie für fruchtbare Böden, die widerstandsfähig gegenüber Dürre und Starkregen sind, für gesunde Wälder mit stabilen Wasserhaushalten, für intakte Flüsse mit lebendigen Auen sowie für Moore, die enorme Mengen CO2 speichern."

Anstatt tragfähige Lösungen zu entwickeln, wie die EU-Vorgaben in Deutschland umgesetzt werden könnten, hätten die Unions-Agrarminister mit ihrem Brief "für Verunsicherung in Verwaltung, Landwirtschaft und Naturschutz" gesorgt. "Die Auszeichnung soll ein klares Signal senden, den Fokus wieder auf Zusammenarbeit und verantwortungsvolles Handeln zu legen", erklärte Krüger.

Mit dem "Dinosaurier des Jahres" zeichnet der Nabu nach eignen Angaben seit 1993 "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement gegen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben".

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Abholzung im Amazonas auf niedrigstem Stand seit einem Jahrzehnt

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. In der Periode von August 2025 bis Juli 2026 seien 2874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilten die Behörden am Freitag unter Berufung auf Satellitendaten mit. Dies seien 37 Prozent weniger als in den zwölf Monaten davor - und der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016.

42,2 Grad: Allzeit-Hitzerekord in der Slowakei nach nur einem Tag gebrochen

In der Slowakei ist zum zweiten Mal binnen zwei Tagen ein neuer Allzeit-Hitzerekord aufgestellt worden. In der unweit der Grenze zu Ungarn gelegenen südslowakischen Ortschaft Dolne Plachtince stieg das Thermometer am Donnerstag auf 42,2 Grad, wie der nationale Wetterdienst erklärte. Das war die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen in dem Land.

RWE gibt Offshore-Windparkprojekte in den USA auf

Der deutsche Energiekonzern RWE gibt seine Pläne für Offshore-Windkraftprojekte in den USA auf. Das Unternehmen habe einen Vergleich mit dem US-Innenministerium geschlossen, "um Ansprüche gegen die US-Regierung beizulegen und ihre Offshore-Wind-Pachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückzugeben", erklärte der Konzern mit Sitz in Essen am Donnerstag. Für diese Projekte sei "in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit gegeben".

Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs"

Kreuzfahrten sind bei vielen Bundesbürgern beliebt - doch mit Blick auf die Umweltfolgen bleibt die Branche nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu weiter deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar investierten die Unternehmen zunehmend in Landstromanschlüsse, die die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgen, anstatt die Motoren laufen lassen zu müssen. Dennoch bleibe die Kreuzfahrtbranche "auf fossilem Kurs", kritisierte der Nabu am Donnerstag.

Textgröße ändern: