Pallade Veneta - PFAS-Verschmutzung: Studie schätzt Kosten bis 2050 auf bis zu 1,7 Billionen Euro

PFAS-Verschmutzung: Studie schätzt Kosten bis 2050 auf bis zu 1,7 Billionen Euro


PFAS-Verschmutzung: Studie schätzt Kosten bis 2050 auf bis zu 1,7 Billionen Euro
PFAS-Verschmutzung: Studie schätzt Kosten bis 2050 auf bis zu 1,7 Billionen Euro / Foto: Julie SEBADELHA - AFP/Archiv

Gesundheitsschäden und verschmutztes Wasser durch sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS) könnten in der EU einer am Donnerstag veröffentlichten Studie zufolge bis 2050 bis zu 1,7 Billionen Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher, die im Auftrag der EU-Kommission die Kosten verschiedener Wege für den Umgang mit den Chemikalien verglichen haben. Insbesondere die Trinkwasseraufbereitung könnte demnach teuer werden - ein PFAS-Verbot würde die Kosten senken.

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PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die synthetisch hergestellt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Funktionskleidung, Imprägniersprays und Einweg-Verpackungen. PFAS werden als Ewigkeitschemikalien bezeichnet, weil sie biologisch nicht abbaubar sind und sich in der Natur und im menschlichen Körper anreichern.

Studien deuten darauf hin, dass einige der Chemikalien bei Menschen die Leber und das Immunsystem schädigen, die Wirkung von Impfungen und die Fruchtbarkeit verringern und Krebs erzeugen können. Bleibt es beim Status Quo, gehen die Forscher bis 2050 deshalb von Kosten in Höhe von 440 Milliarden Euro aus, der Großteil davon im Gesundheitssystem.

Eine bessere Wasseraufbereitung könnte dafür sorgen, dass weniger PFAS im menschlichen Körper und in der Umwelt landen. In diesem Szenario sinken der Studie zufolge die Gesundheitskosten, dafür sind die Kosten für die Wasseraufbereitung mit mehr als einer Billion Euro für 2050 aber besonders hoch. Zum Vergleich: Der deutsche Bundeshaushalt für 2026 umfasst etwas mehr als eine halbe Billion Euro.

Ein vollständiges PFAS-Verbot würde die Kosten auf 330 Milliarden Euro bis 2050 senken: Die Gesundheitskosten wären geringer, eine aufwendige Wasseraufbereitung wäre nicht mehr nötig. Die Kosten für eine Umstellung der Industrie auf andere Materialien berücksichtigt die Studie nicht.

"Die Studie bestätigt, dass die Bekämpfung von PFAS an ihrer Quelle (...) wirtschaftlich sinnvoll ist", erklärte EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall. Die Kommission müsse "wirtschaftliche Interessen mit den Kosten für Natur und Gesundheit" ausbalancieren.

Einige der tausenden weltweit bekannten PFAS-Verbindungen sind wegen der gesundheitlichen Risiken in der EU bereits verboten. Brüssel kann allerdings nur Verbote für einzelne Untergruppen aussprechen. Diese werden in der Industrie anschließend häufig durch ähnliche PFAS ersetzt.

Die EU-Kommission arbeitet deshalb seit Jahren an einem umfassenden PFAS-Verbot, hat die Gesetzesinitiative aber schon mehrfach verschoben. Der Vorschlag dürfte noch mehrere Monate auf sich warten lassen: Zuvor müssen Studienergebnisse der europäischen Chemieagentur ECHA vorliegen, die zum Jahresende erwartet werden.

M.Romero--PV

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