Pallade Veneta - Bundestag gibt grünes Licht für Export von abgeschiedenem CO2 zur Einlagerung

Bundestag gibt grünes Licht für Export von abgeschiedenem CO2 zur Einlagerung


Bundestag gibt grünes Licht für Export von abgeschiedenem CO2 zur Einlagerung
Bundestag gibt grünes Licht für Export von abgeschiedenem CO2 zur Einlagerung / Foto: Jonathan KLEIN - AFP

Der Bundestag hat grünes Licht für den Export von abgeschiedenem CO2 zur Einlagerung gegeben. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstagabend für einen entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung. Zudem verabschiedeten sie einen Gesetzesentwurf, der die Einlagerung von abgeschiedenem CO2 in Hochseegebieten der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone ermöglichen soll.

Textgröße ändern:

In Deutschland darf klimaschädliches CO2 mittels der sogenannten CCS-Technologie bereits abgeschieden und theoretisch auch im Erdboden eingelagert werden. Das dafür nötige Gesetz besiegelte der Bundesrat im vergangenen Novmeber. CO2-Speicher auf dem Festland sind der Gesetzesnovelle zufolge zunächst aber nicht vorgesehen. Stattdessen soll das Treibhausgas etwa nach Norwegen verbracht werden, wo die ersten Anlagen zur Einlagerung im Betrieb sind.

CCS steht für Carbon Capture and Storage. Dabei wird das Treibhausgas CO2 nicht in die Atmosphäre ausgestoßen, sondern abgeschieden und dann dauerhaft in tiefliegenden geologischen Gesteinsschichten gespeichert. Werden die abgeschiedenen Treibhausgase nicht eingelagert, sondern industriell verwertet, ist zudem von CCU (Carbon Capture and Utilization) die Rede. CCS soll vor allem in Wirtschaftszweigen eingesetzt werden, in denen die Emissionen nur schwer vermieden werden können.

Der Bundesverband Baustoffe (BBS) begrüßte die beiden Beschlüsse im Bundestag als "unverzichtbar für den Hochlauf einer CO2-Infrastruktur in Deutschland". Etwa in der Zementherstellung fällt besonders viel CO2 an. Unternehmen wie Heidelberg Materials setzen deshalb stark auf CCS.

Umwelt- und Klimaschützer sehen die Technologie hingegen kritisch. "Wer CO2-Dumping in den Meeresgrund ermöglicht, stellt Industrie und Kraftwerksbetreiber einen Freifahrtschein aus, die Meere als Abgas-Deponie zu missbrauchen", erklärte Kerstin Meyer vom BUND. Sie forderte, sich stärker auf die Vermeidung von CO2-Emissionen zu konzentrieren. Die Anwendung von CCS im großen Stil hingegen würde "das fossile Geschäft weiter befeuert".

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: