Pallade Veneta - Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung

Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung


Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung
Grüne kritisieren Reiche-Vorstoß zu EU-Methanverordnung / Foto: Andrew Burton - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Die Grünen haben den Vorschlag von Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU), die EU-Methanverordnung weniger streng auszulegen, scharf kritisiert. "Katherina Reiche verrät die Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen Deutschlands und der EU", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julia Verlinden der Nachrichtenagentur AFP. Reiche setze sich vor allem dafür ein, "dass sich ihre und (US-Präsident Donald) Trumps Milliardärs-Kumpel mit ihrem teuren Fracking-Gas weiter eine goldene Nase in Deutschland verdienen können".

Textgröße ändern:

Reiche hatte am Montag für mehr und längerfristige Gaslieferverträge geworben, um die deutsche Energieversorgung abzusichern. Zugleich sprach sie sich dafür aus, EU-Klimaschutzregeln für den Import von Erdgas nicht allzu streng anzuwenden. Speziell die EU-Methanverordnung könnte den Abschluss neuer Gaslieferverträge behindern, warnte sie. Deutsche Sanktionen bei Verstößen gegen die Verordnung sollten daher "mit Augenmaß" verhängt werden.

Beim Abbau fossiler Brennstoffe treten häufig Methanlecks auf. Bei Gasförderanlagen wird Methangas zudem häufig routinemäßig abgefackelt oder abgelassen. Die Methanverordnung verbietet dies in der EU und schreibt regelmäßige Überprüfungen und Messungen zur Quantifizierung von Methanemissionen vor. Darüber hinaus gelten ab dem kommenden Jahr Vorschriften für neue Importverträge, die Exporteure müssen dann dieselben Überwachungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungspflichten erfüllen wie EU-Produzenten.

"Internationale Gasexporteure, die sich für eine Geschäftsbeziehung mit deutschen Partnern interessieren, sehen mit Sorge die strengen Regulierungsvorgaben", sagte Reiche dazu. Sie verwies insbesondere auf Gespräche, die sie in der vergangenen Woche mit Industrievertretern bei der Energiemesse Ceraweek in Texas geführt habe.

Flüssigerdgas (LNG) bezieht Deutschland bislang zum allergrößten Teil aus den USA. Präsident Trump fordert zudem, die LNG-Exporte nach Europa noch deutlich zu erhöhen. Zugleich hat seine Regierung zahlreiche Klimaschutzvorgaben abgeschafft, darunter auch zu Methanemissionen. Satellitenauswertungen der Internationalen Energieagentur zufolge hat die Zahl großer Methanlecks an Öl- und Gasanlagen zugenommen, vor allem in den USA, Turkmenistan und Russland.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: