Pallade Veneta - Gewissheit nach aufwendigen Rettungsversuchen: Toter Wal vor Dänemark ist "Timmy"

Gewissheit nach aufwendigen Rettungsversuchen: Toter Wal vor Dänemark ist "Timmy"


Gewissheit nach aufwendigen Rettungsversuchen: Toter Wal vor Dänemark ist "Timmy"
Gewissheit nach aufwendigen Rettungsversuchen: Toter Wal vor Dänemark ist "Timmy" / Foto: Philip Dulian - dpa/AFP/Archiv

Nach dem Fund eines Walkadavers vor der dänischen Insel Anholt herrscht nun Gewissheit: Bei dem toten Buckelwal handelt es sich um "Timmy". Dies beweise unter anderem ein bei dem Tier gefundener Tracker, erklärten die dänische Umweltschutzbehörde EPA sowie Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag. Der Buckelwal war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und nach mehrfachen Strandungen von einer privaten Rettungsinitiative mit einem Lastkahn vor der Nordspitze Dänemarks freigelassen worden.

Textgröße ändern:

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus bedauerte den Tod des Wals. Die dänischen Experten hätten "zweifelsfrei festgestellt", dass es sich bei dem vor der Insel Anholt angespülten Buckelwal um "Timmy" handele, erklärte er. "Letzte Sicherheit hat heute der Fund eines Trackers an dem Wal gegeben."

Der Buckelwal, der außer "Timmy" auch "Hope", zu Deutsch Hoffnung, genannt worden war, war erstmals am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet worden. Er irrte danach weiter umher und strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen gab Backhaus Mitte April grünes Licht für den Rettungsversuch einer Privatinitiative. Die Kosten von schätzungsweise rund 1,5 Millionen Euro trugen die Unternehmerin Karin Walter-Mommert und der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz.

"Timmy" wurde mit einem Lastkahn in die Nordsee gebracht und am 2. Mai im Kattegat, einem Meeresgebiet zwischen Dänemark und Schweden, ins offene Meer bugsiert. Am Donnerstag wurde schließlich der Kadaver des Wals vor der Insel Anholt gesichtet.

Er habe die Hoffnung vieler Menschen geteilt, "dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen", erklärte Backhaus. Leider habe das Tier seine Chance nicht nutzen können. Der Minister verteidigte den Versuch der privaten Initiative zur Rettung von "Timmy". Es sei "absolut menschlich, auch die geringste Chance zu nutzen".

"Es ging immer darum abzuwägen, welche Option die schlechteste ist: Den sicheren Tod des Tieres unter Qualen abzuwarten oder ihm eine letzte Chance zu geben und ihn dabei möglichem Stress auszusetzen", fügte Backhaus hinzu.

Experten hatten den Transport des mutmaßlich schwer kranken und stark geschwächten Tiers abgelehnt. Das Deutsche Meeresmuseum etwa erklärte nach der Freilassung des Wals, es gehe vom Tod des Tiers aus. Demnach dürfte dem Meeressäuger die Kraft zu längerem Schwimmen gefehlt haben. Das Schicksal von "Timmy" und der Umgang mit dem Wal hatten über Wochen für Schlagzeilen und Debatten gesorgt.

Backhaus kündigte an, es werde nun mit den dänischen Behörden geklärt, was mit dem Walkadaver geschehen soll. Dazu seien auch Gespräche mit der privaten Rettungsinitiative geplant.

Die zuständige Abteilungsleiterin der dänischen Umweltschutzbehörde, Jane Hansen, erklärte, es gebe derzeit "keine konkreten Pläne" für eine Bergung des Wals oder eine Autopsie. Ihre Behörde erklärte, auch wenn sie das "beträchtliche öffentliche Interesse an diesem speziellen Wal" verstehe, sollten Menschen einen "Sicherheitsabstand" zu dem toten Wal einhalten.

Der Kadaver könne "Träger von auf den Menschen übertragbaren Krankheiten sein", hieß es weiter. Aufgrund der Gase, die bei der Zersetzung des meterlangen Meeressäugers freigesetzt werden, bestehe zudem "Explosionsgefahr".

Backhaus erklärte, jetzt gehe es darum, "aus dem Geschehen die bestmöglichen Lehren zu ziehen und unser Handeln in Zukunft danach auszurichten". "Der Tod des Wals sollte uns mahnen, Natur, Artenschutz und Klimaschutz noch ernster zunehmen", fügte der Umweltminister hinzu.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: