Pallade Veneta - Britische Justiz entscheidet in Dieselgate-Klage größtenteils zugunsten der Hersteller

Britische Justiz entscheidet in Dieselgate-Klage größtenteils zugunsten der Hersteller


Britische Justiz entscheidet in Dieselgate-Klage größtenteils zugunsten der Hersteller
Britische Justiz entscheidet in Dieselgate-Klage größtenteils zugunsten der Hersteller / Foto: Ben STANSALL - AFP

Die britische Justiz hat in einem Prozess gegen eine Reihe von Autobauern im Zusammenhang mit dem sogenannten Dieselgate-Skandal größtenteils zugunsten der Unternehmen entscheiden. "Das Gericht hat die meisten der wesentlichen Vorwürfe gegen die Hersteller zurückgewiesen", erklärte die Richterin Sara Cockerill am Freitag in London. Angeklagt waren Mercedes, Ford, Peugeot-Citroën, Renault und Nissan.

Textgröße ändern:

Das Gericht sollte klären, ob in den Autos eingebaute Systeme dazu dienten, die Abgasvorschriften zu umgehen. Darauf aufbauend stehen Schadenersatzzahlungen im Raum. Zwar entschied das Gericht nun zugunsten der Automobilhersteller, Richterin Cockerill kündigte dennoch an, dass es im Oktober ein weiteres Verfahren geben werde, um über möglichen Schadenersatz zu entscheiden.

Demnach stellte das Gericht zwar fest, dass "in den meisten Fällen" keine illegalen Systeme verbaut wurden. Bestimmte Komponenten, darunter eine Kühlvorrichtung in Mercedes-Fahrzeugen, seien jedoch durchaus zu beanstanden.

Mercedes zeigte sich zuversichtlich. "Wir begrüßen, dass der englische High Court of Justice weitgehend zugunsten von Mercedes-Benz entschieden hat", erklärte das Unternehmen. Das Gericht "betrachtet nur eines von vier Testfahrzeugen in einer Funktion als nicht konform". Und dieses Problem sei bereits mit einem Software-Update behoben worden.

Der Dieselskandal war im September 2015 bekannt geworden. Volkswagen räumte damals ein, bei den Dieselmotoren von elf Millionen Autos der Marken Volkswagen, Seat, Audi und Skoda eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid zwar auf dem Prüfstand senkte, nicht aber im Straßenverkehr.

Volkswagen akzeptierte in Großbritannien im Jahr 2022 eine Zahlung in Höhe von 193 Millionen Pfund (knapp 227 Millionen Euro), um das Verfahren beizulegen. Der Londoner High Court hatte zuvor im Jahr 2020 festgestellt, dass Volkswagen verbotene Abschalteinrichtungen eingesetzt hatte, um Emissionsprüfungen zu manipulieren. Insgesamt zahlte Volkswagen im Zuge des Skandals mehr als 32 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen, insbesondere in den USA.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: