Pallade Veneta - Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"


Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"
Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems" / Foto: DAVID GRAY - AFP/Archiv

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

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Es liege "im Bereich des Möglichen, dass die nächste größere Störung zu einem lokal begrenzten Artensterben ... und einem weitreichenden Kollaps des Ökosystems führen wird", sagte Pratchett.

Das einzigartige 2300 Kilometer lange Korallenriff erstreckt sich vor der Nordostküste Australiens und zählt zu den Touristenattraktionen des Landes. Es besteht aus 2500 Einzel-Riffen und beherbergt eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Oft wird es als größtes lebendes Gebilde der Welt bezeichnet.

Experten rechnen damit, dass El Niño in diesem Jahr Rekorde in seiner Gesamtstärke aufstellen wird. Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise tritt das Phänomen El Niño alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an.

"Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir eine massive, sehr ernste und großflächige Massenbleiche im Great Barrier Reef erleben werden", sagte Pratchett.

Das Great Barrier Reef gehört zum Unesco-Weltnaturerbe. In diesem Monat entging das Gebiet knapp einer Einstufung als gefährdet, obwohl die Vereinten Nationen angesichts der massenhaften Korallenbleiche und der Auswirkungen des Klimawandels ihre "äußerste Besorgnis" bekundeten. Die Unesco überwacht das Korallenriff seit 2021, als sie vor einer Aufnahme des Gebiets in die Liste des "gefährdeten" Welterbes warnte.

Im vergangenen Jahr hatte die Korallenbleiche ein Rekord-Ausmaß erreicht. Überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen führten zur sechsten massenhaften Bleiche seit 2016.

Bei steigenden Wassertemperaturen stoßen die Korallen die auf ihnen lebenden Algen ab, um zu überleben. Diese Algen sind mikroskopisch klein und bunt und verleihen den Korallen ihre charakteristische Farbe. Bleiben die Wassertemperaturen hoch, werden die Korallen weiß und sterben.

Extreme Wetterereignisse, ins Meer geleitete Abwässer, Küstenbebauung und Fraß durch den Dornenkronenseestern setzten das Riff ebenfalls unter Druck.

Ove Hoegh-Guldberg, Professor für Meeresstudien von der Universität Queensland, warnte in Auckland, fehlendes Regierungshandeln gefährde die Zukunft von Korallenriffen in aller Welt. "Dies könnte der Vorbote des Untergangs der Menschheit sein", sagte er und verglich die aktuelle Lage mit dem Untergang der Titanic. "Das Schiff fängt wirklich ganz eindeutig an zu sinken und wir sehen es nicht."

C.Conti--PV

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