Pallade Veneta - Bundesamt: Nord- und Ostsee in diesem Sommer "deutlich" zu warm

Bundesamt: Nord- und Ostsee in diesem Sommer "deutlich" zu warm


Bundesamt: Nord- und Ostsee in diesem Sommer "deutlich" zu warm
Bundesamt: Nord- und Ostsee in diesem Sommer "deutlich" zu warm / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Nord- und Ostsee haben sich in diesem Sommer ungewöhnlich stark aufgeheizt. Wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag in Hamburg mitteilte, lagen die Wassertemperaturen der zwei Meere in den Monaten Juni bis August "deutlich" über dem langjährigen Mittelwerten. Insgesamt sei es der fünftwärmste Sommer für die Nordsee und der siebtwärmste für die Ostsee jeweils seit dem Jahr 1997 gewesen.

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Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Nordsee betrug 15,6 Grad, in der Ostsee waren es 17,2 Grad. Die Werte lagen damit jeweils knapp einen Grad über den Mittelwerten der Vergleichsperiode von 1997 bis 2021. Besonders die südliche Nordsee und der Ärmelkanal stachen demnach hervor: Dort lag die Temperatur zwei Grad oder mehr über dem langjährigen Mittel. Einzelne Gebiete stellten neue Höchstwerte auf.

Die Region um Helgoland erlebte laut BSH insgesamt 66 Tage mit einer marinen Hitzewelle. Im Juli lag die Oberflächentemperatur dort sogar fast vier Grad Celsius über dem Mittelwert, der für die Zeit seit Inbetriebnahme der Messstation 2009 errechnet wurde. Bei derartigen Hitzewellen gerieten Flora und Fauna unter Druck, erklärte das BSH.

In der Ostsee zeigten sich die größten Abweichungen vom Mittelwert laut Bundesamt vor der schwedischen, deutschen und polnischen Küste sowie im äußersten Norden. Dort lagen die Temperaturen etwa 1,5 Grad Celsius über dem Mittel. Nord und Ostsee seien in diesem Sommer "deutlich zu warm" gewesen, fasste die Behörde das Ergebnis der Messungen zusammen.

Das BSH warnte vor den Folgen der hohen Temperaturen. Dadurch änderten sich Lebensräume drastisch, einige Tierarten würden in kühlere Gewässer weiterziehen, während sich nicht-einheimische Arten ausbreiteten. Zudem nähmen schädliche Algenblüten und Sauerstoffmangel zu, erklärte das BSH.

Darüber hinaus dehne sich warmes Wasser weiter aus, was zu einem höheren Meeresspiegel beitrage. Damit komme es auch zu höheren Wasserständen bei Sturmfluten. Warmes Meerwasser könne außerdem weniger Kohlenstoffdioxid speichern, was den Klimawandel weiter verstärke.

O.Mucciarone--PV

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