Pallade Veneta - Streit um Privatjets, Strandsegler und Klimawandel in Frankreich

Streit um Privatjets, Strandsegler und Klimawandel in Frankreich


Streit um Privatjets, Strandsegler und Klimawandel in Frankreich
Streit um Privatjets, Strandsegler und Klimawandel in Frankreich / Foto: FRANCK FIFE - AFP/Archiv

Eine ironische Bemerkung eines französischen Fußballtrainers zu einem Kurzstreckenflug des Fußballclubs Paris Saint-Germain hat in Frankreich heftige Kritik ausgelöst. "Ironie ist hier fehl am Platz. (...) Wir müssen den Klimawandel ernst nehmen", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Dienstag dem Sender BFM.

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PSG hatte für die 380 Kilometer zum Ligaspiel beim FC Nantes am Sonntag einen Flieger genommen. PSG-Trainer Christophe Galtier merkte bei einer Pressekonferenz am Montag zur Kritik an dem Flug ironisch an: "Wir prüfen gemeinsam mit unserer Transportgesellschaft, ob wir demnächst Strandsegler nutzen können." Damit hatte er er bei dem neben ihm sitzenden Fußballstar Kylian Mbappé einen Lachanfall ausgelöst. Ein Video davon löste Empörung in Online-Netzwerken aus.

"Sie haben schon mal seriöser und verantwortungsvoller geantwortet", kommentierte Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra und lud den Trainer per Twitter zu einem Gespräch ein. Die im Kampf gegen den Klimawandel engagierte Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo empörte sich ebenfalls auf Twitter: "Geht's noch, so zu antworten???? Wacht Ihr irgendwann mal auf, Jungs????", schrieb sie.

Die Klimaforscherin Valérie Masson-Delmotte rief Mbappé dazu auf, Klimabotschafter zu werden. "Es gibt viele Wissenschaftler, die sich gerne mit den den Fußballern austauschen würden, um ihr Wissen zu teilen und sie zum Handeln zu bewegen", sagte die Expertin des Weltklimarats IPCC dem Sender France Inter.

Auslöser des Streits war ein Video des Spielers Marco Verratti, der die Mannschaft in dem Flugzeug gefilmt hatte. Der Chef der TGV-Schnellzüge reagierte darauf mit der Bemerkung, dass es zwischen Paris und Nantes eine Zugverbindung unter zwei Stunden gebe und er gerne ein Angebot für einen angemessenen Transport der Mannschaft vorlegen wolle.

In Frankreich wird seit Wochen über den Vorschlag diskutiert, den Gebrauch von Privatjets gesetzlich einzuschränken. "Wir können auf nationaler oder europäischer Ebene über Besteuerung oder Reglementierung nachdenken", sagte Transportminister Clément Beaune kürzlich. "Diejenigen, die besonders stark die Umwelt verschmutzen und die wohlhabend sind, müssen eben einen größeren Beitrag leisten", sagte er dem Sender France2.

Die Organisation Attac hatte am Freitag darauf hingewiesen, dass der PSG-Spieler Lionel Messi mit 52 Flügen im Privatjet einen CO2-Ausstoß von etwa 1500 Tonnen verursacht habe, "so viel wie ein Franzose in 150 Jahren verursacht".

N.Tartaglione--PV

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