Pallade Veneta - Vermieter sollen ab Januar an CO2-Kosten beteiligt werden

Vermieter sollen ab Januar an CO2-Kosten beteiligt werden


Vermieter sollen ab Januar an CO2-Kosten beteiligt werden
Vermieter sollen ab Januar an CO2-Kosten beteiligt werden / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Vermieterinnen und Vermieter sollen ab dem kommenden Jahr einen Teil der CO2-Kosten übernehmen, die Mieterinnen und Mieter bislang alleine tragen. Die Höhe der Beteiligung ist abhängig vom Zustand des Gebäudes: je schlechter die Energiebilanz, desto höher der vom Vermieter zu tragende Anteil. Die Ampel-Koalition einigte sich auf letzte Änderungen am geplanten Stufenmodell, wie der wohnungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Daniel Föst, mitteilte.

Textgröße ändern:

Das Gesetz solle bereits am Donnerstag in den Bundestag - angehängt an den Tagesordnungspunkt Wohngeld. "Mit dem Stufenmodell kommt jetzt eine faire Aufteilung der CO2-Kosten", sagte Föst. "Beide Seiten haben nun Anreize, Energie zu sparen beziehungsweise in Energieeffizienz zu investieren." Das sei ein wichtiger Schritt, um gemeinsam die CO2-Ziele im Gebäudesektor zu erreichen.

Der CO2-Preis wird seit Anfang 2021 auf Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel fällig - der Preis pro Tonne CO2 beträgt derzeit 30 Euro, bis 2025 soll er auf 45 Euro pro Tonne steigen. Dadurch erhöhen sich auch die Heizkosten. Derzeit können sie komplett auf die Mieter umgelegt werden. Für die Vermieter gibt es so keinen Anreiz, in die energetische Sanierung ihrer Häuser und Wohnungen zu investieren.

Das geplante Modell sieht insgesamt zehn Stufen vor. Nach einer letzten Änderung sollen Mieterinnen und Mieter nun in der untersten Stufe - also bei schlecht gedämmten, klimaschädlichen Gebäuden - nur fünf Prozent der CO2-Abgabe tragen und Vermieter 95 Prozent, wie aus der Formulierungshilfe für die Abstimmung im Bundestag hervorgeht, die AFP vorlag. Zuvor war hier ein Anteil von zehn Prozent vorgesehen gewesen. In der obersten Stufe tragen die Mieter weiterhin alle CO2-Kosten.

Föst betonte: "Wir müssen jetzt schauen, dass der bürokratische Aufwand für alle Beteiligten möglichst gering bleibt und keine weiteren Belastungen gerade auf Kleinst- und Kleinvermieter zukommen. Sie bieten oft ohne große Rendite bezahlbaren Wohnraum an. Das müssen wir im Blick behalten."

Die wohnungspolitische Sprecherin der Linken, Caren Ley, kritisierte, der CO2-Preis für das Heizen könne überhaupt nur eine Lenkungswirkung entfalten, wenn er vollständig von den Vermietenden gezahlt werde. "Mieterinnen und Mietern darf keine zusätzliche Milliarde an CO2-Kosten aufgebürdet werden. Ansonsten sollte die CO2-Bepreisung zurückgenommen werden."

M.Romero--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: