Pallade Veneta - 14 Menschen sterben bei heftigen Regenfällen in Türkei und Nachbarstaaten

14 Menschen sterben bei heftigen Regenfällen in Türkei und Nachbarstaaten


14 Menschen sterben bei heftigen Regenfällen in Türkei und Nachbarstaaten
14 Menschen sterben bei heftigen Regenfällen in Türkei und Nachbarstaaten / Foto: YASIN AKGUL - AFP

Bei heftigen Regenfällen und dadurch ausgelösten Überschwemmungen sind in der Türkei und den Nachbarstaaten Griechenland und Bulgarien mindestens 14 Menschen gestorben. Allein aus der Türkei wurden am Mittwoch mindestens sieben Todesopfer gemeldet. Vor allem im Nordwesten des Landes hatte der Regen in der Nacht und am Vorabend vielerorts Straßen in reißende Flüsse verwandelt, unter anderem in Istanbul. In Bulgarien starben vier Menschen, in Griechenland meldeten die Behörden drei Todesopfer.

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In Istanbul starben nach Angaben des Gouverneurs am Dienstagabend zwei Menschen infolge des Unwetters. Fünf weitere Menschen kamen in der ebenfalls im Nordwesten des Landes gelegenen Provinz Kirklareli ums Leben, ein Mensch wurde dort am Mittwoch noch vermisst. Im Laufe des Tages ließ der Regen nach, die Aufräumarbeiten begannen.

Die Straßen von Istanbul hatten sich zuvor in reißende Flüsse verwandelt, eine U-Bahn-Station stand teilweise unter Wasser. Aus einer Stadtbücherei mussten Medienberichten zufolge dutzende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Im Fernsehen und in Onlinenetzwerken waren Bilder von Autos und Marktständen zu sehen, die von den Wassermassen fortgespült wurden. Mehr als 30 Menschen wurden nach Angaben des türkischen Innenministeriums in den Unwettergebieten verletzt.

Auch in Griechenland, das in den vergangenen Wochen unter extremer Hitze und vielen Waldbränden gelitten hatte, gingen am Dienstag sintflutartige Regenfälle nieder. Nach Angaben eines Meteorologen erreichte die Niederschlagsmenge teilweise Werte, wie sie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen 1955 registriert worden waren.

"So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Vassilis Tsalamouras in der Stadt Vólos im Zentrum des Landes. "Tausende Geschäfte und Gebäude wurden überflutet, und niemand ist hier, uns zu helfen", sagte der 58-Jährige der Nachrichtenagentur AFP.

In Vólos brach das Stromnetz zusammen, ein zuvor als vermisst gemeldeter 51-jähriger Mann konnte am Dienstag nur noch tot geborgen werden. Am Mittwoch wurde zudem im Dorf Paltsi die Leiche einer seit Dienstag vermissten 87-Jährigen gefunden. Eine weitere Leiche wurde am Mittwoch in der Stadt Karditsa im Zentrum des Landes gefunden.

"Alles, was vor dem Brand im Juli gerettet wurde, hat dieses Unwetter zerstört", sagte der Einwohner Christos Kleftakis in dem von den vorherigen Bränden stark betroffenen Dorf Nea Anchialos.

Auch in Bulgarien gingen völlig ungewöhnliche Wassermassen nieder, die vielerorts zu Überschwemmungen führten. Nach Angaben eines Sprechers der Rettungskräfte fiel innerhalb von 24 Stunden so viel Niederschlag wie sonst innerhalb mehrerer Monate. Derartige Regenfälle habe es zuletzt 1994 gegeben.

Flüsse traten über die Ufer, Brücken wurden beschädigt, und die gesamte Region südlich der Küstenstadt Burgas war vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Auch tausende Urlauber waren betroffen. Fotos und Videos in den Onlinenetzwerken zeigten Wohnmobile und Autos, die auf Campingplätzen an der Küste von den Wassermassen ins Meer gespült wurden.

Ein 61-jähriger Bauarbeiter starb nach Angaben des örtlichen Polizeichefs durch Ertrinken, zudem wurden die Leichen eines 50-jährigen Mannes sowie zweier Frauen gefunden. Ihr Auto versank demnach in den Fluten eines reißenden Flusses, nachdem die Brücke, die sie überqueren wollten, eingestürzt war.

Am stärksten betroffen war nach Behördenangaben der Ort Zarewo. Nach Angaben von Tourismusministerin Zaritsa Dinkova waren dort rund 4000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Umweltminister Julian Popov warnte laut dem Fernsehsender Nova vor der Gefahr, die von "dem schlechten Zustand der Infrastruktur und zu vielen Bauarbeiten an der Küste" ausgehe.

Überschwemmungen waren an der Schwarzmeerküste bisher selten. Für die immer häufigeren Unwetterkatastrophen und deren gravierende Folgen machen Experten den Klimawandel und den oftmals schlechten Zustand der Infrastruktur verantwortlich.

O.Mucciarone--PV

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