Pallade Veneta - Klimaklage gegen RWE: Anwältin von peruanischem Bauern "weiterhin optimistisch"

Klimaklage gegen RWE: Anwältin von peruanischem Bauern "weiterhin optimistisch"


Klimaklage gegen RWE: Anwältin von peruanischem Bauern "weiterhin optimistisch"
Klimaklage gegen RWE: Anwältin von peruanischem Bauern "weiterhin optimistisch" / Foto: INA FASSBENDER - AFP

Vor dem zweiten Verhandlungstermin im Rechtsstreit um die Klimaklage eines Kleinbauern aus Peru gegen das Energieunternehmen RWE hat sich die Anwältin des Klägers zuversichtlich gezeigt. Sie sei "weiterhin optimistisch", die vom Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya angeführte Gefahr einer Flutwelle wegen des Klimawandels "vermittelt" zu bekommen, sagte Anwältin Roda Verheyen am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht in Hamm. "Wir sind der Auffassung weiterhin und werden heute mit unseren Gutachtern versuchen, das zu belegen."

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Lliuya, der in seiner Forderung von der Organisation Germanwatch unterstützt wird, möchte erreichen, dass sich RWE an Schutzmaßnahmen vor der Überflutung seines Hauses in der Stadt Huaraz beteiligt. Dort wird befürchtet, dass der Andensee Palcacocha wegen einer Gletscherschmelze überlaufen und eine Flutwelle auslösen könne. RWE als einer der größten Treibhausgasemittenten Europas sei dafür mitverantwortlich, argumentiert Lliuya.

Beim Auftakt der Verhandlung am Montag hatte ein Sachverständiger die Wahrscheinlichkeit einer Flutwelle in den kommenden 30 Jahren auf unter drei Prozent geschätzt. Dafür erntete der Gutachter in der Verhandlung wiederholt Kopfschütteln von Anwältin Verheyen.

"Wir haben uns sehr gewundert über die Absolutheit der Aussagen", sagte Verheyen nun. "Wir haben ja von Anfang gesagt, dass der Gutachter eine Methode gewählt hat, mit der er praktisch auf einem Auge sich blind macht" für bestimmte Gefahren.

Lliuya selbst gab an, er erwarte für Mittwoch weitere "Diskussionen zwischen den Experten und den Anwälten". "Wir warten in aller Ruhe ab, was im Laufe des Tages geschehen wird", fuhr er fort.

Der RWE-Konzern weist die Vorwürfe grundsätzlich zurück und argumentiert unter anderem, sich immer an staatliche Vorgaben für Treibhausgasemissionen gehalten zu haben. Inzwischen verfolge das Unternehmen auch das Ziel, bis 2040 CO2-neutral zu werden.

Lliuya hatte 2015 seine Klage vor dem Landgericht Essen eingereicht, welches zunächst ablehnte. In Berufung feierte der Peruaner dann einen Teilerfolg: Ende 2017 ordnete das Oberlandesgericht Hamm eine Beweisaufnahme an, da die Klimaklage des Bauern schlüssig begründet sei. Einen Antrag von RWE dagegen wies das OLG zurück. Auch wegen der Corona-Pandemie deutlich verzögert reiste schließlich 2022 eine Gutachterdelegation nach Peru.

O.Merendino--PV

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