Pallade Veneta - Mineralwasser-Skandal in Frankreich: Ausschuss wirft Regierung "Vertuschung" vor

Mineralwasser-Skandal in Frankreich: Ausschuss wirft Regierung "Vertuschung" vor


Mineralwasser-Skandal in Frankreich: Ausschuss wirft Regierung "Vertuschung" vor
Mineralwasser-Skandal in Frankreich: Ausschuss wirft Regierung "Vertuschung" vor / Foto: JOEL SAGET - AFP/Archiv

Im Streit um mutmaßlich illegal behandeltes Mineralwasser hat ein Untersuchungsausschuss der französischen Regierung "Vertuschung" vorgeworfen. "Der Staat hat es an Transparenz fehlen lassen mit Blick auf die lokalen und europäischen Stellen, aber auch mit Blick auf die Bevölkerung", heißt es in einem am Montag in Paris veröffentlichten Bericht einer Untersuchungskommission des Senats. Dies sei eine "bewusste Strategie" gewesen.

Textgröße ändern:

Anlass dafür waren Vorwürfe, das Unternehmen Nestlé Waters habe Mineralwasser auf illegale Weise gereinigt und als natürliches Mineralwasser verkauft. Nach EU-Vorschrift darf natürliches Mineralwasser überhaupt nicht behandelt werden.

"Obwohl die Desinfektion des Wassers eine Täuschung der Verbraucher darstellte, hatte dies keine juristischen Folgen", heißt es in dem Bericht der Senatoren. Nach Darstellung von Nestlé Waters hatte die Unternehmensführung Ende 2020 erfahren, dass das Mineralwasser mehrerer Quellen mit UV-Strahlen und Kohlefiltern gereinigt wurde.

Das Unternehmen hatte daraufhin die Regierung kontaktiert. Die Behörden genehmigten dem Konzern später die Reinigung des Wassers mit Mikrofiltern, was nach Ansicht von Kritikern jedoch ebenfalls europäischen Gesetzen widerspricht.

Nach dem Bericht der Senatoren erreichte Nestlé Waters auch, dass eine Liste der im Wasser der Perrier-Quellen entdeckten Bakterien und Pflanzengifte nicht in einen Bericht der regionalen Gesundheitsbehörde aufgenommen wurde.

Die Organisation Foodwatch wirft der französischen Regierung vor, "eine massive Betrügerei gedeckt zu haben". Dies habe es Nestlé Waters ermöglicht, "weiter ihre betrügerischen Produkte zu verkaufen", sagte Ingrid Kragl, Kommunikationsleiterin der Organisation.

Foodwatch hatte 2024 Klagen gegen zwei Mineralwasserproduzenten eingereicht, zum einen gegen Nestlé Waters mit den Marken Perrier und Vittel, zum anderen gegen Sources Alma, den französischen Marktführer mit Marken wie Cristaline und St-Yorre. Seit Februar hat die französische Justiz Vorermittlungen aufgenommen.

Ein erstes Verfahren, in dem Nestlé eingeräumt hatte, Mineralwasser auf unrechtmäßige Weise desinfiziert zu haben, war im Februar gegen eine Strafzahlung von zwei Millionen Euro eingestellt worden. Foodwatch warf Nestlé anschließend vor, die Affäre auf diese Weise unter den Teppich kehren zu wollen.

Die Verbraucherorganisation wirft den Unternehmen weitere illegale Praktiken vor, etwa den Zusatz von CO2 zu Mineralwasser, das dann als Wasser "mit natürlicher Kohlensäure" verkauft wurde.

Ein früherer Untersuchungsauschuss hatte 2022 erklärt, dass die illegale Behandlung von Quellwasser weit verbreitet war. Der Bericht wurde jedoch nicht veröffentlicht. 2023 änderte die französische Regierung diskret die Vorschriften und ermöglichte den Einsatz von Mikrofiltern.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Behinderungen durch Schnee und Eisregen - Angespannte Lage in Berlin

Schneefall und Eisregen haben am Donnerstag erneut für Behinderungen und Einschränkungen vor allem im Nordosten Deutschlands gesorgt. In Berlin fielen einzelne U-Bahnen aus, am Hauptstadtflughafen BER waren zwischenzeitliche keine Starts möglich. Die Deutsche Bahn meldete erneut Einschränkungen im Fernverkehr, die Polizei mehrere Glätteunfälle. Meist blieb es aber bei Blechschäden, teils wurden Menschen leicht verletzt.

Wieder Schnee und überfrierender Regen: Behinderungen und Unfälle im Nordwesten

Erneute Schneefälle und überfrierender Regen haben vor allem im Westen und Nordwesten Deutschlands wieder zu Unfällen, Verkehrsbehinderungen und Schulausfällen geführt. In zahlreichen hessischen und niedersächsischen Landkreisen blieben am Mittwoch die Schulen geschlossen, ebenso in Bremen und Bremerhaven. Auf den Straßen kam es zu vielen Unfällen, in Hessen starb ein 51-jähriger Mann. Die Deutsche Bahn meldete Verspätungen und Zugausfälle, etwa zwischen Berlin und Hannover sowie zwischen Köln und Frankfurt am Main.

Null Grad und Frost: Historischer Temperatursturz in Karibikstaat Kuba

Historischer Temperatursturz in der Karibik: In Kuba sind die Temperaturen erstmals in der Geschichte des Landes auf null Grad abgesackt. Eine Wetterstation in der Provinz Matanzas im Norden der tropischen Insel habe einen Wert um den Gefrierpunkt von null Grad aufgezeichnet, teilte der Wetterdienst Insmet am Dienstag im Onlinenetzwerk Facebook mit. Es sei die niedrigste jemals gemessene Temperatur in dem sonnenverwöhnten Karibikstaat.

Unwetterwarnungen in Spanien und Portugal wegen Sturm "Leonardo"

Auf der Iberischen Halbinsel bereiten sich die Menschen auf Starkregen und Überschwemmungen infolge des Sturms "Leonardo" vor. Wegen der erwarteten heftigen Regenfälle und zu erwartenden Hochwassers sprachen die Behörden in Spanien und Portugal Unwetterwarnungen aus. Der spanische Wetterdienst Aemet gab für die Gebiete rund um die südspanischen Städte Cádiz und Ronda in der Region Andalusien für Mittwoch die höchste Warnstufe Rot aus.

Textgröße ändern: