Pallade Veneta - Mehr als 250 Tote bei Sturzfluten und Erdrutschen in Pakistan und Indien

Mehr als 250 Tote bei Sturzfluten und Erdrutschen in Pakistan und Indien


Mehr als 250 Tote bei Sturzfluten und Erdrutschen in Pakistan und Indien
Mehr als 250 Tote bei Sturzfluten und Erdrutschen in Pakistan und Indien / Foto: - - AFP

In Pakistan und Indien sind bei Sturzfluten und Erdrutschen infolge starker Regenfälle mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Im Norden Pakistans wurden innerhalb eines Tages mindestens 199 Menschen getötet, wie die dortigen Behörden am Freitag mitteilten. Beim Transport von Hilfsgütern in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa stürzte ein Hubschrauber ab. Der Katastrophenschutz im Nachbarland Indien meldete unterdessen 60 Tote im indischen Teil der Region Kaschmir.

Textgröße ändern:

Binnen eines Tages seien in der bergigen pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa, die an Afghanistan grenzt, mindestens 180 Menschen umgekommen, teilte die örtliche Katastrophenschutzbehörde mit. Bei dem Absturz des MI-17-Helikopters der Regionalregierung im Bezirk Mohmand starben nach Angaben des Regierungschefs der Provinz, Ali Amin Gandapur, fünf Besatzungsmitglieder, darunter zwei Piloten. Der Hubschrauber sei wegen schlechten Wetters abgestürzt.

Im benachbarten pakistanischen Teil der Region Kaschmir kamen nach Angaben des Zivilschutzes weitere neun Menschen ums Leben. In der Region Gilgit-Baltistan im Norden Pakistans starben weitere fünf Menschen. Mindestens 28 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes der Nachrichtenagentur AFP.

Während der Monsunzeit kommt es in Pakistan regelmäßig zu schweren Regenfällen. Den Monsun in diesem Sommer, durch den bislang mehr als 500 Menschen ums Leben kamen, stuften Experten allerdings als "ungewöhnlich" ein. Im Juli verzeichnete die Provinz Punjab, wo fast die Hälfte der 255 Millionen Einwohner Pakistans lebt, 73 Prozent mehr Regen als im Vorjahr und mehr Todesfälle als während des gesamten vorherigen Monsuns.

Die Behörden im indischen Teil der Region Kaschmir meldeten nach einer Sturzflut im Dorf Chisoti im Himalaya mindestens 60 Tote. Weitere 80 Menschen würden vermisst, sagte der örtliche Katastrophenschutzvertreter Mohammad Irshad der Nachrichtenagentur AFP.

Das betroffene Gebiet liegt auf einer hinduistischen Pilgerroute. Nach Behördenangaben wurde eine provisorische Küche, wo sich mehr als hundert Pilger aufgehalten hatten, vollständig durch die Sturzfluten zerstört. Der indische Premierminister Narendra Modi erklärte in Reaktion auf die Überschwemmung: "Den Menschen in Not wird jede mögliche Unterstützung zur Verfügung gestellt."

Der Leiter eines Krankenhauses im Bezirk Kishtwar, Yudhvir Kotwal, sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass nach dem Unglück mehr als hundert Menschen in die Klinik eingeliefert worden sein. Zudem würden noch immer Leichen "aus dem Schlamm und den Trümmern" geborgen.

Der Zugang zum Katastrophengebiet war zunächst schwierig, neben den Rettungskräften wurden Soldaten in die Region geschickt. Das Wetteramt der Region warnte vor Starkregen und weiteren Überschwemmungen.

Die Sturzfluten waren durch heftige Regenfälle ausgelöst worden. Es handelt sich um die zweite schwere Überschwemmungskatastrophe in Indien in diesem Monat. Vergangene Woche hatten Überschwemmungen die Himalaya-Stadt Dharali im Bundesstaat Uttarakhand unter Schlamm begraben. Die Zahl der Toten liegt vermutlich bei mehr als 70, ist aber noch nicht bestätigt.

Sturzfluten und Erdrutsche sind in Pakistan und Indien während der Monsunzeit, die in der Regel im Juni beginnt und Ende September abklingt, üblich. Durch den Klimawandel werden Unwetter weltweit laut Experten aber extremer und häufiger.

L.Barone--PV

Empfohlen

Barmer-Studie: Klimaangst bei Jugendlichen nimmt ab

Der Klimawandel scheint Jugendlichen in Deutschland einer Umfrage zufolge nicht mehr so starke Angst zu bereiten wie noch vor einigen Jahren. Nach am Montag veröffentlichten Daten der Sinus-Jugendstudie der Krankenkasse Barmer haben 31 Prozent der 14- bis 17-Jährigen große Angst vor dem Klimawandel - 2021 waren es noch 39 Prozent.

Kolumbien beschwört bei Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien neue Allianzen

Anlässlich der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien hat das Gastgeberland Kolumbien zu neuen Allianzen aufgerufen. Länder, die Willens seien, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, stellten "eine neue Macht" dar, sagte die kolumbianische Umweltministerin Irene Vélez Torres der Nachrichtenagentur AFP. Sie äußerte sich kurz bevor Regierungsvertreter aus mehr als 50 Ländern ab Dienstag zu zweitägigen Gesprächen in der kolumbianischen Hafenstadt Santa Marta zusammenkommen.

Petersberger Klimadialog berät über Energiewende und Klimafinanzierung

Zum Petersberger Klimadialog werden ab Dienstagmorgen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Staaten in Berlin erwartet. Die Beratungen dienen der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen des High-Level-Segments des Klimadialogs sprechen.

Petersberger Klimadialog: Verbände fordern von Merz Abkehr von Kohle, Öl und Gas

Umweltverbände fordern im Vorfeld des internationalen Petersberger Klimadialogs kommende Woche in Berlin ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Abschied von Kohle, Öl und Gas. "Wir erwarten von Bundeskanzler Friedrich Merz, hier Akzente zu setzen", sagte Lutz Weischer von Germanwatch am Donnerstag in Berlin. Gerade die aktuelle Energiekrise aufgrund des Iran-Krieges zeige erneut, wie wichtig es sei, eine Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten zu erreichen.

Textgröße ändern: