Pallade Veneta - Großdemonstration zur Halbzeit der Weltklimakonferenz - Stockende Verhandlungen in Belém

Großdemonstration zur Halbzeit der Weltklimakonferenz - Stockende Verhandlungen in Belém


Großdemonstration zur Halbzeit der Weltklimakonferenz - Stockende Verhandlungen in Belém
Großdemonstration zur Halbzeit der Weltklimakonferenz - Stockende Verhandlungen in Belém / Foto: Mauro PIMENTEL - AFP

Zur Halbzeit der UN-Klimakonferenz in Brasilien sind zehntausende Klimaschützer und Indigene in der Konferenzstadt Belém auf die Straße gegangen. Mit einer riesigen aufblasbaren Weltkugel und viel Musik zogen die Menschen am Samstag durch das Stadtzentrum der Amazonas-Metropole. Sie forderten eine Abkehr von klimaschädlichen fossilen Energien und einen besseren Schutz indigener Gemeinschaften im Amazonasgebiet. COP30-Präsident André Corrêa do Lago rief die Konferenzteilnehmer auf, die festgefahrenen Verhandlungen nicht zu verschleppen.

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"Geschützter Amazonas" stand auf einer riesigen brasilianischen Flagge, die beim "Großen Marsch der Völker" durch Belém getragen wurde. Die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds komme einem "Massaker" gleich, sagte der 50-jährige Benedito Huni Kuin vom indigenen Volk der Huni Kuin. Er sei aus seiner Heimat im Westen Brasiliens nach Belém im Nordosten gekommen, um bei der Klimakonferenz "unseren Stimmen aus dem Amazonasgebiet Gehör zu verschaffen und Ergebnisse zu fordern".

"Wir sind hier, um Druck auszuüben", sagte auch die 28-jährige Txai Suruí, die eine der bekanntesten indigenen Aktivistinnen in Brasilien ist. Die junge Frau lief mit traditionellem Federschmuck bei dem Protestzug mit und forderte die Delegierten der Klimakonferenz auf, zu bereits gemachten Zusagen zu stehen und "Rückschritte" beim Klimaschutz unbedingt zu verhindern.

Die fossilen Energien Kohle, Öl und Gas wurden bei der Demonstration symbolisch zu Grabe getragen - schwarz gekleidete Demonstrantinnen gingen als trauernde Witwen neben den Särgen her.

Der 4,5 Kilometer lange Protestzug führte vom Stadtzentrum bis in die Nähe des Konferenzgeländes, das am Samstag mit Stacheldrahtabsperrungen abgeriegelt war und von Soldaten bewacht wurde. Kurz darauf ging die Demonstration friedlich zu Ende, nach Angaben der Organisatoren hatten insgesamt etwa 50.000 Menschen daran teilgenommen.

Am Freitag hatten Indigene friedlich den Haupteingang des Konferenzgeländes blockiert, um für den Schutz des Amazonas-Regenwalds zu demonstrieren. Am Dienstagabend hatten sich andere protestierende Indigene gewaltsam Zutritt zum Eingangsbereich der sogenannten Blauen Zone verschafft. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.

Zum ersten Mal seit der COP26 im schottischen Glasgow 2021 sind bei der COP30 in Belém wieder größere Proteste möglich. Bei den drei vorherigen Klimakonferenzen in Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Aserbaidschan konnten Aktivisten wegen drohender Repressionen nur innerhalb des Konferenzgeländes demonstrieren, das von der UNO verwaltet und bewacht wird.

Die Verhandlungen in Belém befinden sich zur Halbzeit in einer Sackgasse. COP30-Präsident Corrêa do Lago mahnte am Samstag Fortschritte bei den Gesprächen an. "Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass wir zulassen könnten, dass verfahrenstechnische Taktiken oder festgefahrene Diskussionen den Fortschritt behindern", sagte er.

Der COP30-Präsident kündigte an, am Sonntag eine Zusammenfassung der verschiedenen Positionen zu veröffentlichen, um die Verhandlungen "zu strukturieren". Für die zweite Verhandlungswoche der COP30 sollten am Wochenende die Minister zahlreicher Länder in Belém eintreffen, darunter Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).

Zu den großen Streitfragen bei der COP30 gehören die dringend notwendige Verringerung der Treibhausgas-Emissionen und die Finanzhilfen zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Anpassung an die Erderwärmung.

Brasilien hat einen Fahrplan für die Abkehr von den klimaschädlichen fossilen Energien vorgelegt, der von Ländern wie Deutschland, Dänemark, Großbritannien und Kenia unterstützt wird. Saudi-Arabien und andere ölreichen Staaten lehnen das Vorhaben ab.

H.Lagomarsino--PV

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