Pallade Veneta - Australien mit Türkei als Ort der UN-Klimakonferenz 2026 einverstanden

Australien mit Türkei als Ort der UN-Klimakonferenz 2026 einverstanden


Australien mit Türkei als Ort der UN-Klimakonferenz 2026 einverstanden
Australien mit Türkei als Ort der UN-Klimakonferenz 2026 einverstanden / Foto: Andrew LEESON - AFP/Archiv

Antalya, nicht Adelaide: Im seit Monaten geführten Streit um den Ausrichtungsort der nächsten UN-Klimakonferenz (COP31) hat die Türkei sich gegen Australien durchgesetzt. Australien sei einverstanden, dass die Konferenz im kommenden Jahr in der Türkei stattfindet, sagte der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Diskutiert wird nach Angaben aus Verhandlungskreisen aber noch darüber, die COP31-Präsidentschaft zwischen den beiden Ländern vor und während der Konferenz aufzuteilen. Pazifische Inselstaaten beklagten die Entscheidung gegen eine Ausrichtung der Konferenz im Pazifikraum.

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Streit um die Ausrichtung der Weltklimakonferenzen hat es schon in der Vergangenheit gegeben, allerdings nie so langwierig wie dieses Mal.

Die UN-Klimakonferenzen werden turnusmäßig von fünf regionalen Blöcken organisiert. Diese müssen das Gastgeberland jeweils einstimmig auswählen. Turnusgemäß ist im kommenden Jahr die Gruppe der westeuropäischen und anderer westlicher Staaten an der Reihe. Dazu gehören zwei Dutzend Länder, die meisten in Europa. Aber auch die Türkei, Australien, Kanada und einige weitere Staaten zählen dazu.

Umwelt-Staatssekretär Flasbarth, der die Sitzung der Gruppe in Belém geleitet hatte, sagte AFP, es gebe in der Gruppe keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Kompromiss. Es sei "außergewöhnlich, dass zwei Länder von sehr unterschiedlichen Enden der Erde, die aber in einer Gruppe sind, eine Einigung erzielen", hob er hervor.

Flasbarth sprach von einer "innovativen" Lösung. Und weil sie so ungewöhnlich sei, bräuchten die Mitglieder der Gruppe noch mehr Informationen, was genau sie beinhalte. Wenn diese Informationen schriftlich vorlägen, werde er ein weiteres Treffen einberufen - "und dann werden wir sehr schnell entscheiden", fügte Flasbarth hinzu.

Der australische Klimaminister Chris Bowen erklärte, sein Land habe eine Lösung erreichen wollen, "die für Australien, den Pazifikraum und auch den multilateralen Prozess funktioniert". "Wir werden sehr bald mehr dazu sagen", fügte er hinzu.

Australien hatte bei der Bewerbung für die Ausrichtung der Weltklimakonferenz auch damit argumentiert, dass es auf Folgen des Klimawandels im Pazifik und in den dortigen besonders anfälligen kleinen Inselstaaten aufmerksam machen wolle. Aus Verhandlungskreisen verlautete am Mittwochabend, dass dem Kompromiss zufolge die Konferenz zur Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz, die sogenannte Pre-COP, "von den pazifischen Inselstaaten ausgerichtet" werde.

Nichtsdestotrotz beklagten einige pazifische Inselstaaten die Entscheidung gegen eine Ausrichtung in Australien. "Wir sind alle nicht glücklich und enttäuscht, dass es so ausgegangen ist", sagte der Außenminister von Papua-Neuguinea, Justin Tkatchenko, AFP. Die Pazifischen Inselstaaten seien erneut von der bürokratischen Maschinerie der COP enttäuscht worden. "Was hat die COP über die Jahre erreicht? Nichts", sagte Tkatchenko. "Es ist nur ein Gerede und zieht die großen Umweltverschmutzer nicht zur Verantwortung."

Der frühere Regierungschef von Tuvalu, Bikenibeu Paeniu, äußerte sich enttäuscht über die verpasste Chance einer COP im Pazifikraum. "Was für ein Verlust, aber der Pazifik wird seinen Kampf auf jeden Fall fortsetzen", sagte er AFP. Tuvalu gehört zu den am stärksten durch den Klimawandel bedrohten Gebieten der Welt. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern dürfte der Inselstaat wegen des steigenden Meeresspiegels innerhalb der kommenden 80 Jahre unbewohnbar werden. Zwei der neun Korallenatolle von Tuvalu sind bereits weitgehend überflutet.

Die Entscheidung über den nächsten Ausrichtungsort der COP31 muss bis Freitag gefällt sein. Die Türkei will die Konferenz mit zehntausenden Teilnehmern im Badeort Antalya abhalten. Hätten sich die Türkei und Australien nicht einigen können, hätte die COP31 automatisch in Bonn stattgefunden, dem Sitz des UN-Klimasekretariats. Diese Lösung wegen eines fehlenden Konsenses wäre ein beispielloser Vorgang gewesen.

Der australische Regierungschef Anthony Albanese hatte am Dienstag erkennen lassen, dass er dies vermeiden will. "Das wird kein gutes Signal senden über die Einigung, die es braucht, damit die Welt beim Klima handelt", sagte er.

Am Tag zuvor hatte er einen türkischen Vorschlag zur gemeinsamen Präsidentschaft der COP31 allerdings abgelehnt, da dies im Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen nicht vorgesehen sei. Australien hatte die COP31 in Adelaide im Süden des Landes ausrichten wollen.

Für die COP32 im Jahr 2027 steht die Entscheidung schon fest: Die afrikanischen Staaten einigten sich auf Äthiopien als Gastgeberland.

L.Guglielmino--PV

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