Pallade Veneta - Weitgehend Entspannung nach Wintereinbruch - zuvor nochmals viele Glätteunfälle

Weitgehend Entspannung nach Wintereinbruch - zuvor nochmals viele Glätteunfälle


Weitgehend Entspannung nach Wintereinbruch - zuvor nochmals viele Glätteunfälle
Weitgehend Entspannung nach Wintereinbruch - zuvor nochmals viele Glätteunfälle / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Nach dem heftigen Wintereinbruch der vergangenen Tage setzt sich in Deutschland allmählich wieder milderes Wetter durch. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge ist bis Mittwoch noch in einzelnen Gebieten im Osten "markante Glätte" durch gefrierenden Regen möglich, im Rest des Landes war es am Dienstag bei Plusgraden aber bereits hauptsächlich nass und trüb. Laut Polizei gab es zuvor allerdings nochmals etliche Unfälle.

Textgröße ändern:

Blitzeis durch überfrierende Nässe sorgte demnach am Montagabend für erhebliche Probleme auf Autobahnen und Bundesstraßen. Bei Lichtenfels im bayerischen Oberfranken kam es zu einer Massenkarambolage mit 20 Fahrzeugen auf einer spiegelglatten Bundesstraße. Nach Angaben der Polizei waren unter anderem ein Streufahrzeug und ein Lastwagen beteiligt. Es gab demnach zwei Schwer- und elf Leichtverletzte.

Auf der Autobahn 1 bei Lübeck in Schleswig-Holstein ereigneten sich ebenfalls am Montagabend bei gefrierendem Regen zahlreiche Unfälle. Laut Polizei waren Abschleppdienste, Räumdienste und Rettungskräfte im Dauereinsatz, die Autobahn war stundenlang in beiden Richtungen gesperrt. Unter anderem fuhr ein Reisebus mit 21 Passagieren in eine Unfallstelle und stieß gegen ein Auto und eine Leitplanke. Insgesamt gab es dort nach Angaben der Beamten aber nur einige Leichtverletzte.

Auch aus vielen anderen Ländern von Baden-Württemberg bis Brandenburg meldete die Polizei am Montag wieder Glätteunfälle oder Behinderungen durch Fahrzeuge, die sich auf winterglatten Fahrbahnen festfuhren oder querstellten. Bei Langenmoor in Schleswig-Holstein rutschte am Montag ein Kleintransporter bei Glätte auf eine Bahnstrecke, wo er von einem Zug erfasst wurde. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt.

Seit Freitag kämpfte Deutschland mit einem extremen Wintereinbruch samt unwetterartigem Schneefall und gefährlichem Eisregen. Zunächst sorgte Sturmtief "Elli" für massive Probleme insbesondere im Norden, wo der Bahnverkehr unter anderem wegen Schneeverwehungen erheblich beeinträchtigt war. Die Deutsche Bahn stoppte den Fernverkehr dort am Freitag, erst am Sonntag lief er auf allen Hauptstrecken wieder an.

Nach Bahnangaben vom Dienstag handelte es sich bei den Auswirkungen des Wintersturms um "die heftigsten der letzten zehn Jahre". Das Schienennetz sei im Norden auf einer Länge von rund 3000 Kilometern von Schnee und Eis betroffen gewesen, erklärte der Konzern in Berlin.

Das Unternehmen war wegen seines Krisenmanagements kritisiert worden, insbesondere die Dauer der Betriebsstörungen sorgte für Unmut auch aus Reihen der Politik. Nach Bahnangaben vom Dienstag entsprach das betroffene Gebiet in etwa dem Gesamtnetz der Schweizer Eisenbahn. Im Fernverkehr fielen rund 700 ICE- und IC-Zugverbindungen komplett aus.

Seitens der Bahn waren demnach rund 35 Schneeräumfahrzeuge im Norden im Einsatz. Außerdem seien auch nachts sogenannte Spurloks unterwegs gewesen, um Schienen und Oberleitungen freizuhalten, hieß es in der Bilanz. Große Teile der betroffenen Streckenkorridore hätten aber per Hand freigehalten werden müssen. Rund 5000 Mitarbeiter seien täglich unterwegs gewesen. Auch Weichenheizungen seien an Grenzen gestoßen, während neue Schneeverwehungen immer wieder Strecken blockiert hätten.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Experte: "Deutschland ist auf solche Extremhitze nicht vorbereitet"

Der Gesundheitsexperte Martin Herrmann sieht Deutschland nicht ausreichend auf Extremhitze vorbereitet. "Zwar hat die Bewusstheit über die Gefährlichkeit von Hitze in der Bevölkerung deutlich zugenommen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) der Nachrichtenagentur AFP. "Gleichzeitig ist Deutschland nach wir vor für einen Katastrophenfall durch Hitze schlecht oder nicht vorbereitet."

Neue Hitzwelle erfasst große Teile Westeuropas

Noch vor dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni sind große Teile Westeuropas abermals von einer Hitzewelle erfasst worden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Freitag nahezu deutschlandweit vor starker, teils sogar "extremer" Hitzebelastung. Die Temperaturen lagen in Deutschland demnach schwülheiß bei 30 bis 38 Grad. Auch in Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz wurden Warnungen ausgegeben. Es ist bereits die zweite Hitzewelle in Westeuropa innerhalb eines Monats.

Intensive Hitzewelle erfasst mehr als die Hälfte Frankreichs

In Frankreich ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der zweithöchsten Hitzewarnstufe betroffen. Die Hitzwelle werde "flächendeckend, langanhaltend und intensiv", warnte der Wetterdienst am Freitag. Der Höhepunkt mit Temperaturen von bis zu 40 Grad wird zwischen Sonntag und Dienstag erwartet.

Wetterdienst warnt nahezu deutschlandweit vor Hitze: Teils drohen starke Gewitter

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitag nahezu deutschlandweit vor Hitze gewarnt. Im Westen drohe gebietsweise auch eine "extreme" Hitzebelastung, teilte der DWD mit. Die Temperaturen liegen demnach schwülheiß bei 30 bis 38 Grad. Zudem drohen in der Folge teils kräftige Gewitter mit Starkregen.

Textgröße ändern: