Pallade Veneta - Linke prüft Klage gegen Heizungsgesetz

Linke prüft Klage gegen Heizungsgesetz


Linke prüft Klage gegen Heizungsgesetz
Linke prüft Klage gegen Heizungsgesetz / Foto: Christof STACHE - AFP

Die Fraktion der Linken im Bundestag prüft eine Klage gegen das neue Heizungsgesetz, über das am Donnerstag im Bundestag in erster Lesung beraten wird. Der Gesetzesentwurf der Regierung stelle einen "klimapolitischen Rückschritt" dar, erklärte die Fraktion in Berlin. Ihre Sprecherin für Klimagerechtigkeit, Violetta Bock, sagte AFP: "Wir werden nichts unversucht lassen, diesen verfassungswidrigen Fossilturbo zu verhindern. Dafür werden wir alle parlamentarischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen."

Textgröße ändern:

Bock sagte, das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz "versagt gleich dreifach: beim Klimaschutz, bei der sozialen Gerechtigkeit und bei der Verfassungsmäßigkeit". Es verlängere die Abhängigkeit von fossilen Heizungen, obwohl deren Betrieb für viele Haushalte unbezahlbar zu werden drohe. "Wer die Klimakrise ernst nimmt und die Vorgaben des Grundgesetzes zum Schutz künftiger Generationen respektiert, kann ein solches Gesetz nicht ernsthaft verabschieden wollen", kritisierte Bock. Es sei "ein teurer Aufschub notwendiger Veränderungen".

Die Linken-Fraktion verwies auf zahlreiche Gutachten zum Gebäudemodernisierungsgesetz, das demnach verfassungsrechtlich problematisch ist. Aus Artikel 20a des Grundgesetzes ergebe sich ein Verschlechterungsverbot hinsichtlich bestehender Klimaschutzmaßnahmen, erläuterte die Fraktion. Dies verpflichte den Gesetzgeber, bei jeder Änderung von rechtlichen Vorgaben zu gewährleisten, dass die Alternative zum bestehenden gesetzgeberischen Schutzkonzept die Klimaziele des internationalen und europäischen Rechts im Ergebnis gleich geeignet und wirksam erreichen muss. Das neue Heizungsgesetz dürfte also nicht zu mehr Emissionen führen als das gegenwärtige Gesetz.

Auch der CDU-Umweltpolitiker Thomas Heilmann hatte kürzlich verfassungsrechtliche Bedenken gegen das neue Heizungsgesetz geäußert; auch er verwies auf das Rückschrittsverbot aus dem Grundgesetz. Als zweiten bedenklichen Punkt nannte Heilmann das im neuen Gesetz fehlende Enddatum für den Ausstieg aus fossilen Heizungen. Gegen das Gebäudemodernisierungsgesetz haben auch Umweltverbände bereits Klagen angekündigt.

Das Kabinett hat die Reform des bestehenden Gebäudeenergiegesetzes beschlossen - der Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen soll so langfristig möglich bleiben. Dafür sollen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen ab 2029 zu steigenden Anteilen mit Biogas oder Bioöl betrieben werden. Um Heizungen im Bestand klimafreundlicher zu betreiben, sollen die Brennstoffhändler zunehmend biogene Stoffe beimischen.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Fast 41 Grad: Neuer Temperaturrekord in Österreich gemessen

Mit 40,8 Grad Celsius in Wien ist in Österreich am Dienstag ein neuer Hitzerekord erreicht worden. Die Rekordtemperatur wurde im Stadtteil Stammersdorf im Osten der Hauptstadt gemessen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Der bisherige Rekord stammte vom August 2013, damals war das Thermometer in Bad Deutsch-Altenburg im Osten des Landes bis auf 40.5 Grad geklettert.

Zuviele Unsicherheiten: Traditionelle Prognose für französische Weinernte verschoben

Wegen zu großer Unsicherheiten durch Hitze und Trockenheit hat das französische Landwirtschaftsministerium die traditionelle Prognose für die Weinernte verschoben. Die für gewöhnlich rund um den 7. August veröffentlichten ersten Schätzungen würden auf den 8. September gelegt, erklärte das Ministerium am Dienstag. Dann hätten die staatlichen Stellen einen "besseren Überblick über das Erntepotenzial".

Juli war heißester Monat seit Aufzeichnungsbeginn in Frankreich

Der Juli war in Frankreich der bislang heißeste Monat seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor mehr als 125 Jahren. Die Durchschnittstemperatur lag bei 24,9 Grad Celsius und damit über dem bisherigen Rekordwert vom August 2003 (24,8 Grad), wie der französische Wetterdienst am Dienstag mitteilte. Durchschnittlich war es 3,8 Grad heißer als im Mittel der Periode zwischen 1991 und 2020.

Unwettergefahr bei starker Hitze: Wetterdienst warnt vor neuen Gewittern

Nach schweren Gewittern in Teilen Deutschlands drohen am Dienstag erneut Unwetter. Vor allem im Westen und Südwesten sei am Nachmittag mit kräftigen Gewittern mit erhöhtem Unwetterpotenzial zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Dabei bleibe es nahezu landesweit heiß. In der Mitte und im Süden Deutschlands erwarten die Meteorologen Temperaturen von 35 bis 38 Grad.

Textgröße ändern: